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Zwiesel

Als Zwiesel bezeichnet man einen Stamm, der sich spitzwinkelig in zwei etwa gleichwertige Stammverlängerungen aufgabelt. Diese drängen sich mit ihrem eigenen Dickenwachstum gegenseitig auseinander, so dass zwischen ihnen ein erheblicher Druck entstehen kann. Zusätzlich können sich zwischen ihnen sogenannte Wassertöpfe bilden. Sie können zu Verpilzungen des gesamten Stammes führen. Durch den Druck und ggf. durch Frostsprengung in einem Wassertopf oder durch Sturmeinwirkung können derartige Stämme mit einem lauten Knall auseinander platzen und bis zum Boden aufspalten. Derartig zerbrochene Bäume sind in der Regel auch durch baumchirurgische Maßnahmen nicht mehr zu retten, da die entstandenen Wundflächen so groß sind, dass sie nicht verheilen können, bevor holzzersetzende Pilze eindringen. Deshalb sollte die Bildung eines Zwiesels so früh wie möglich unterbunden werden, indem eine der beiden Stammverlängerungen im Jugendstadium des Baumes weggeschnitten wird. Sind die beiden Stämme schon relativ dick, lässt sich eine korrekte Schnittführung kaum noch realisieren, ohne den anderen Stamm zu verletzen. In diesem Fall sollte darüber nachgedacht werden, beide Stämme innerhalb der Krone durch Stahlseile zusammen zu binden.

 


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Dipl.-Ing. Johannes Windt

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