Gartenplanung
3. Kostenreduzierung durch Gartenplanung

Eine fundierte Gartenplanung verhilft, Kosten zu sparen. Die Anlage oder Umgestaltung ist immer mit gewissen Kosten verbunden. Der Preis für einen kompletten Garten beträgt für manche Menschen nur wenige Tausend Euro, andere investieren hier sechsstellige Beträge. Die meisten Privatgärten werden in der Regel mit einem Kostenaufwand von 10.000 bis 40.000 Euro errichtet. Mit Hilfe einiger Kniffe lässt sich hier bares Geld sparen.
„Wer billig baut, baut zwei mal". An diesem Sprichwort ist etwas dran. Taktisch klug handelt, wer sich genau überlegt, wo man sinnvollerweise sparen kann und wo besser nicht. Was zählt, ist der Endpreis bis die Anlage einwandfrei errichtet ist, nicht das Schnäppchen zwischendurch. Sparen lässt sich mit Hilfe folgender Komponenten:
3.1 Materialalternativen
Durch die Verwendung langlebiger Materialien kann man über einen längeren Zeitraum gesehen viel Geld sparen. Dies wird im Rahmen der Gartenplanung berücksichtigt. Beispiel: Betonsteine mit Natursteinvorsatz sind farbbeständiger und abriebfester als durchgefärbte Steine. Letztere kosten zwischen 8 und 20 Euro pro Quadratmeter, die höherwertigen zwischen 17 und 32 Euro. Der Verlegelohn ist der gleiche. Durch einen geringen Aufpreis lässt sich somit die Lebensdauer einer Pflasterung von 5 bis 20 Jahren auf 20 bis 40 Jahre erhöhen.
Oft findet man durch eine Gartenplanung auch kostengünstigere Materialalternativen, die qualitativ gleichwertig sind. So wie bei Produkten namhafter Sportbekleidungshersteller häufig der Markenname mitzubezahlen ist, verhält es sich auch bei Pflastersteinen und Terrassenplatten.
verwitterte Betonsteine
kaputte Fliesen durch falsche Bauweise
3.2 Konstruktionsalternativen
Auch in der Konstruktion erkennt eine gute Gartenplanung oftmals Alternativen, die letztendlich zu Einsparungen führen. Beispiel: Terrassen werden häufig auf gegossenen Stahlbetonplatten angelegt. Dies ist stabil genug, um Schwerlastverkehr darüber zu jagen! Wenn eine Veränderung vorgenommen werden soll, erhöhen sich die Kosten für den Abriss. Für eine fußläufige Belastung reicht in den allermeisten Fällen ein lagenweise gut verdichteter Unterbau aus Kies oder Schotter. Teure Stahlbetonplatten sind bei Terrassen und Wegen in Gärten meist nicht notwendig.
Mehr dazu im Kapitel Anleitung.
3.3 Pflanzenarten und -größen
Durch die richtige Wahl von Pflanzenarten und Sorten für den vorhandenen Standort im Garten ist auch hier die Langlebigkeit gewährleistet, so dass man auf Dauer viel Geld spart. Eine gute Gartenplanung berücksichtigt zudem, welche Pflanzen schnell wachsen und deshalb in kleinerer Qualität gekauft werden können. Und da der Gartenplaner auch weiß, wie groß die Pflanzen später werden, werden nicht unnötig viele Pflanzen eingeplant, die später wieder zu entfernen sind.
3.4 Optimale Gestaltung
Eine gute Gartenplanung berücksichtigt zum Beispiel genau, wie groß eine Terrasse sein muss, um bequem einen Tisch mit Stühlen hinstellen zu können. Vier Meter sind als Mindesttiefe anzusehen. Er kennt die nötigen Breiten für Wege (normaler Gartenweg 100 cm) und die nötige Größe für einen Stellplatz (2,5 x 5m). Damit ist gewährleistet, dass die Flächen nicht unnötig zu groß gebaut werden, oder nachgebessert werden muss, wenn etwas zu klein geraten ist. Durch eine optimale Gartengestaltung können zudem ungewünschte Umwege, Treppenstufen oder Mauern vermieden werden, wenn Kosten eingespart werden sollen.
3.5 Vermeidung von Fehlern und Folgekosten
Dieser Punkt beschreibt eines der größten Einsparpotenziale durch Gartenplanung. Leider lässt es sich nicht in einer konkreten Summe beziffern, wenn bei der Gestaltung alles optimal klappt. Ein Garten, der einmal angelegt wird und dann die nächsten Jahrzehnte ohne größere Umgestaltungen funktioniert, ist am preisgünstigsten. Kleinere Fortentwicklungen, wie Nachpflanzungen oder Ergänzungen sind normal und machen einen Garten spannend.
Schäden, wie sich setzende Belagsflächen, sich neigende Mauern oder veralgte Teiche sind nur mit höherem Kostenaufwand regulierbar. Auch Feuchtigkeitsschäden am Gebäude, eindringendes Wasser durch Kellerfenster, eingehende Pflanzen, Vergiftungserscheinungen durch Beerenverzehr und andere unangenehme Überraschungen können durch eine sachgemäße Gartenplanung im Voraus vermieden werden.
3.6 Ausschreibung
Der nächste große Einsparfaktor ist eine fachgerechte Ausschreibung, welche Bestandteil der Gartenplanung sein kann. Hier lässt sich beim Preisvergleich verschiedener Garten- und Landschaftsbaufirmen genau erkennen, wie viel man zwischen dem günstigsten und teuersten Anbieter spart. Die Ausschreibung kostet zunächst Geld, da ein gewisser Zeitaufwand in die Formulierung von Leistungsverzeichnissen und in den Preisspiegel investiert wird. Die Kosten dafür werden jedoch durch die Findung eines preisgünstigeren Anbieters meist mehr als amortisiert.
3.7 Eigenleistung
Einen Garten selbst bauen kann jeder, der weiß, was wie gemacht wird. Aber auch, wer dies nicht weiß, kann durch Eigenleistung viel Geld sparen, wenn ihm jemand sagt oder in Form von Plänen zeigt, wie es geht. Der Gartenplaner gibt auch Empfehlungen dazu, was selbst gemacht werden kann und was sinnvollerweise in fachkundige Hände gegeben wird. Beim Teichbau sind zum Beispiel der Aushub, der Mauerbau mit Betonschalsteinen und die Bepflanzung mögliche Eigenleistungspositionen. Die Abdichtung und die Installation der Pumpen- und Filtertechnik kann eine Fachfirma schneller, besser und sie übernimmt auch die Gewährleistung, dass alles dicht ist und einwandfrei funktioniert.
3.8 Bepflanzung
Durch eine gute Pflanzplanung als Bestandteil der Gartenplanung kann auf sehr vielfältige Weise der Pflegeaufwand reduziert werden. Beispiele sind etwa die Auswahl ausdauernder Pflanzen, geeigneter Pflanzen für die vorhandenen Boden- und Lichtverhältnisse oder die Auswahl von Pflanzenarten, die für den vorgesehenen Standort nicht zu groß werden. Eine gute Bepflanzung ist auch konkurrenzstark genug, um die meisten Unkräuter zu unterdrücken. Dies spart Kosten für den Pflegeaufwand.
Mehr dazu unter dem Thema Bepflanzung.
3.9 Baustoffe
Auch durch die Auswahl geeigneter Materialien läßt sich der Pflegeaufwand im Garten reduzieren. Manche Steine lassen sich einfacher reinigen als andere. Harthölzer müssen nicht regelmäßig imprägniert werden im Gegensatz zu Kiefer oder Fichte.
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Dipl.-Ing. Johannes Windt
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