Außentreppen
Zur Ausführung der Treppen werden verschiedene Baumaterialien aus Beton- und Naturstein angeboten:
Massive Blockstufen aus Sandstein oder Granit sind einfach zu setzen und besonders robust. Daneben gibt es Tritt- und Setzstufen, welche in der Regel 3 cm stark sind und auf vorhandene Betontreppen gelegt werden können.
Aus Bordsteinen und Pflastersteinen lassen sich auch Treppenstufen selbst anfertigen.



1 Blockstufen
Blockstufen stellen aufgrund ihrer Robustheit und der einfachen Handhabung die erste Wahl bei der Gestaltung von Stufen dar. Im Folgenden wird beschrieben, wie die Stufen eingebaut werden. Dabei werden die Methoden beschrieben, die die größte Sicherheit vor unerwünschten Kalkausblühungen bieten. Zunächst wird das vorhandene Erdreich für das Stufenfundament bis auf frostfreie Tiefe (80cm) ausgehoben. Dieser Raum wird mit unbewehrtem Beton (Festigkeit B15, Körnung 0/16, erdfeucht) aufgefüllt und verdichtet. Es kann ein Vollfundament auf gesamter Treppenbreite oder ein Streifenfundament ausgeführt werden, wobei die Blöcke auf jeweils zwei Fundamentstreifen aufliegen (siehe Abb. 31). Bei Ausführung als Vollfundament sollte Sickerbeton aus hohlraumreichem Kies ohne Nullanteile verwendet werden, damit unter den Stufen auftretendes Wasser nach unten ablaufen kann. Streifenfundamente haben den Vorteil, dass weniger Beton benötigt wird und kalkhaltiges Wasser ungehindert seitlich aus den Fundamenten austreten kann, ohne die Blockstufen zu verschmutzen.
Bei Neubauten ist rings um die Kellerwände in der Regel Kies oder Erdmaterial angefüllt worden, welches mit der Zeit noch sackt, sofern es nicht sorgfältig lagenweise verdichtet wurde. In diesem Fall sollte das Fundament von Treppenanlagen aus Stahlbeton gefertigt und fest mit dem Haus verbunden sein, um unerwünschte Setzungen zu vermeiden. Zur Entwässerung sollte das Fundament idealerweise an einigen Stellen durchbohrt oder Schläuche mit eingegossen werden, damit Sickerwasser nach unten abfließen kann.
Auf dieses Fundament wird eine 4-5 cm starke Sickermörtelschicht aufgetragen, auf welche die Stufen gelegt und mit einem schweren Gummihammer waagerecht mit leichtem Gefälle nach vorne ausgerichtet werden. Dieser Sickermörtel besteht aus einem Splitt ohne Nullanteile, sowie aus Trasszement.
Die Stufen lassen sich am besten bewegen, wenn zwei Gurte oder Seile unten hindurchgezogen werden und zwei Arbeitskräfte sie mit gerader Rückenhaltung anheben.
Verlegung von Blockstufen auf Vollfundament
Damit Regenwasser abläuft, werden die Stufen mit einem Gefälle nach vorne verlegt. Wichtig bei Treppenanlagen allgemein ist, dass Wasser aus der Unterkonstruktion ungehindert abfließen kann und nicht dazu gezwungen wird, durch die Fugen auszutreten. Es nimmt sonst auf seinem Weg Kalkbestandteile aus dem Beton des Fundamentes und Verlegebettes mit, welche einen weißen Belag auf den Treppen hinterlassen würden. Um dies zu verhindern, wird oberhalb der Treppenkonstruktion mittels einer Kastenrinne oder einer Kittfuge dafür gesorgt, dass kein Wasser aus den Flächen oberhalb der Treppe in die tragende Konstruktion eindringen kann. Unterhalb der untersten Stufe wird mit einem Drainagerohr für die nötige Entwässerung gesorgt.
2 Tritt- und Setzstufen
Diese Platten benötigen ein Vollfundament (siehe Abb. 33), wie im vorangegangenen Kapitel beschrieben. Auf dieses Fundament wird eine Splittmörtelschicht (aus Trasszement) aufgetragen, auf der die Platten mit einem Gummihammer ausgerichtet werden.

Schnitt durch eine Treppenanlage mit Tritt- und Setzstufen
3 Stellstufen
In weniger genutzten Gartenbereichen können kleinere Treppen auch als sog. Stellstufen ausgebildet werden. Hierzu wird die Vorderseite der Stufen aus Rasenkantensteinen oder großen Pflastersteinen (16 x 16 cm) gestaltet und die Auftrittsfläche wie in Abb. 34 ersichtlich mit Pflastersteinen oder -platten ausgepflastert. Der Bord- oder große Pflasterstein wird dabei in Beton gesetzt und die Steine für die Auspflasterung in Mörtel verlegt. Auf eine frostfreie Gründung kann verzichtet werden, wenn gewisse Frosthebungen tolerierbar sind.

Aufbau von Stellstufen
4 Seitliche Treppen-Begrenzungen
Die Seiten der Treppen-Anlagen können begrenzungsfrei ausgeführt werden, wenn die Treppe in einer Böschung liegt. Zu beachten ist hierbei, dass das Gelände seitlich der Treppe ein Stück tiefer liegen sollte als die Oberfläche der Stufen, damit Regenwasser ungehindert abfließen kann.
Bei Hauseingängen oder Terrassenabgängen sind jedoch häufig größere Höhenunterschiede zu überwinden, so dass die Seiten der Treppenanlage Ansichtsfläche sind. Sie können mit geeigneten Materialien ansprechend verkleidet werden. Im Handel stehen dafür verschiedene Mauersteine, sowie Palisaden in verschiedenen Farben zur V erfügung.
Die Treppenbegrenzung sollte als erstes gesetzt werden. Die Stufen werden eingebaut, wenn die seitliche Einfassung steht und ihr Fundament sich verfestigt hat. So dienen die Seiteneinfassungen in der Bauphase gleichzeitig als Verschalung für den Beton des Treppenfundamentes (siehe Abb. 35).

Seiteneinfassung aus Palisaden
Bei flachen Treppen, die weniger als 1:4 geneigt sind, sowie bei nicht mehr als 5 Stufen und einer Absturzhöhe von bis zu einem Meter sind Handläufe verzichtbar, wenn keine Bedenken wegen der Verkehrssicherheit bestehen und die Treppe nicht von alten oder behinderten Menschen genutzt wird.
Ansonsten ist in der Regel aus Gründen der Sicherheit ein Geländer mit Handlauf vorzusehen. Die genauen Bestimmungen dazu sind in den Bauordnungen der jeweiligen Bundesländer enthalten.
Dipl.-Ing. Johannes Windt
Deutschlandweiter Ingenieurverbund für Garten- und Landschaftsplanung "Frischer Windt"
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