Trockenmauer bauen im Garten

Natursteine aus Sandstein, Grauwacke, Basalt und Granit
Eine Trockenmauer bauen wir im Gegensatz zu betonierten Mauern gänzlich ohne Mörtel und Beton. Ihre Fugen bleiben offen und sind daher ökologisch sehr wertvoll. Sie eigenen sich zur Hangbefestigung (Hangabstützung) im Garten und anderen Freiräumen und können nicht nur im 'Öko-Garten' ein schöner optischer Blickfang sein. Ihren Ursprung haben die Trockenmauern im Weinbergbau, wo sie jahrhundertelang zur Terrassierung der recht steilen Weinberge genutzt wurden. Noch heute finden sich in Weinbaugebieten wunderschöne Exemplare alter Trockenmauern aus ortsnah verfügbarem Naturstein.
Trockenmauer nicht nur Hangbefestigung
Trockenmauern sind vielseitig einsetzbar:
- So zum Beispiel in Schwimmteichen, wo sie unter Wasser als Abgrenzung von Flachwasser- zum Tiefwasserbereich verwendet werden können.
- Auch als Einfassung von pflegeleichten Hochbeeten können niedrige Trockenmauern dienen.
- Besonders schön sind sie als sogenannte Kräuterspiralen, wobei die Natursteine spiralförmig auf schotterartigem Material eingebaut werden und einen idealen Lebensraum für die verschiedensten Kräuter bieten.
Allen gleich ist, dass sie stets als 'Schwerlastmauer' verwendet werden. Trockenmauern sind also nie freistehende Mauern, sondern stützen sich stets gegen einen Hang, eine Böschung, oder eine Aufschüttung.
Die verschiedenen Bauweisen
Jede Trockenmauer ist anders. Unterschieden wird zwischen verschiedenen Bauarten, für die je nach Bauart Bruchsteine oder auch lagerhaft bearbeitete Steine verwendet werden. Beim Bau werden die Steine grundsätzlich nur wenig bis gar nicht nachbearbeitet.
- Die klassische Form ist die Bruchsteinmauer aus mehr oder weniger unbearbeiteten Bruchsteinen mit einem möglichst gleichmäßigen Fugenbild.
- Eine Sonderform der Bruchsteinmauer ist das sogenannte Zyklopenmauerwerk. Die Sichtfläche ist hier unregelmäßig, polygonal. Das Fugenbild ist ebenfalls unregelmäßig und weist keine horizontalen Lagerfugen auf.
- Beim unregelmäßigen Schichtenmauerwerk dagegen werden rechtwinklig bearbeitete Steine unterschiedlicher Höhe verwendet. Das besondere Bild entsteht dadurch, dass die Schichthöhen innerhalb einer Schicht wechseln.
- Beim regelmäßigen Schichtmauerwerk werden ebenfalls rechtwinklig bearbeitete Steine verarbeitet. Die Steinschichten sind innerhalb einer Schicht allerdings immer gleich hoch.


Natursteine – Grundbausteine für Trockenmauern im Garten
Gute Trockenmauer-Steine sollten eine Schichtung aufweisen. Somit brechen sie hauptsächlich in einer Ebene und eignen sich besonders für diesen Zweck
Beim Bau einer Trockenmauer finden im Normalfall Natursteine, wie Sandstein, Grauwacke, Muschelkalk, oder manchmal auch Quarzit Verwendung.Basalt eignet sich kaum, da er sehr unregelmäßig bricht und sich demnach schlecht stapeln lässt. Lediglich, wenn nur wenige Lagen verarbeitet werden sollen, lässt sich mit Basalt ein Zyklopenmauerwerk erstellen.
Bei der Auswahl sollte in erster Linie auf die Frostbeständigkeit geachtet werden. Sonst sind regelmäßige Abplatzungen und die vereinzelte Bildung von Rissen im Frühjahr die Folge und somit ist die Standsicherheit größerer Trockenmauern gefährdet. Weitere Auswahlkriterien können farbliche Vorlieben sein. Wer gelbe Farbtöne bevorzugt, für den kommen gelbe Sandsteine oder Kalksteine in Frage. Die Palette der rötlichen Farbtöne wird mit Porphyr oder roten Sandsteinen abgedeckt. Für graue Farben stehen verschiedene Farbabstufungen von Granit, Gneis, Grauwacke oder Muschelkalk zur Verfügung. Diese verschiedenen Gesteine unterscheiden sich im Wesentlichen durch ihre Bearbeitbarkeit, denn sie werden in Hart- und Weichgesteine unterteilt. Ein Sandstein ist ein Vertreter der Weichgesteine, entsprechend einfach zu bearbeiten, aber auch schneller in der Verwitterung. Deutlich schwieriger zu bearbeiten sind die Hartgesteine, wie Granit oder Gneis. Die unterschiedlichen Gesteinsstrukturen liegen in ihrer geologischen Herkunft und Weiterentwicklung begründet.
Preisunterschiede beim Naturstein
Ein weiteres Kriterium bei der Auswahl des Natursteines zum Bau einer Trockenmauer ist neben der passenden Farbe und der erforderlichen Frostbeständigkeit mit Sicherheit auch der Preis. Schließlich offenbaren Natursteine große Preisunterschiede. Allgemein gilt: Je stärker der Stein bearbeitet wurde, desto teuer ist er. Lose geschüttete Bruchsteine sind sehr günstig zu bekommen. Aber schon ein handverlesener Bruchstein aus demselben „Haufen“ wird etwas teurer verkauft. Rechtwinklige, lagerhafte Steine dagegen sind um einiges teurer. Hier sollte man allerdings auch bedenken, dass der Bau mit regelmäßigen Steinen wesentlich leichter und schneller von der Hand geht. Eine zeitaufwändige Nachbearbeitung vor Ort entfällt, somit ist u.U. die Verwendung eines hochwertigen Steines letztendlich günstiger. Des Weiteren ist ein Stein aus einem Steinbruch in direkter Nähe in der Regel günstiger und passt besser ins Landschaftsbild als solche, die aus weit entfernten Gebieten stammen.
Weiter sollte beachtet werden, dass für hohe Trockenmauern auch entsprechend große Steine z.B. aus Basalt verwendet werden müssen. Auch dies kann preisentscheidend sein, denn sie sind ausschließlich mit Maschinen zu versetzen. Kleinere Steine sind teurer, dafür entfällt aber der teure Maschineneinsatz, weil sie auch von Hand versetzbar sind.
Die wichtigsten Regeln für den Bau einer Trockenmauer
Beispiel für eine schlecht ausgeführte Trockenmauer. Hier wurden zu kleine Hauptsteine verwendet, die Zwickel fehlen, die Gesteinsschichtung und Dossierung wurden teils nicht beachtet und unpassende Steine wurden nicht nachbearbeitet.
Ihre Standfähigkeit erreicht die Trockenmauer in erster Linie durch das Eigengewicht der verwendeten Steine, sowie durch das Verkeilen der Fugen mit kleineren Steinen und durch das fachgerechte Hinterfüllen. Damit die Standsicherheit gewährleistet ist, gibt es Regeln zum Bau einer Trockenmauer, die unbedingt eingehalten werden müssen:
Als Fundament dient eine mindestens 40 cm starke Sauberkeitsschicht aus Schotter oder Kies.Dies reicht als Fundament vollkommen aus, da die Mauer aufgrund ihrer unstarren Bauweise Bodensetzungen unbeschadet übersteht. Bei gewachsenem, einigermaßen festem Boden kann auch gänzlich auf ein Fundament verzichtet werden. Die Mauer hält dann durch ihr Schwergewicht.

Eine Drainage ist v.a. bei lehmigen, bindigen Böden unbedingt zu empfehlen. Bei niedrigen Trockenmauern im Garten und sehr durchlässigem Boden kann darauf verzichtet werden. Eine Verfüllung der Hinterseite mit Kies oder Schotter ist aber auf jeden Fall erforderlich. Die Verwendung von Beton oder Mörtel schließt sich bei einer Trockenmauer aus. Die Mauerfußbreite beträgt mindestens 1/3 der Mauerhöhe, jedoch nie unter 40 cm. Eine Dossierung/Anlauf von rund 10-12% trägt zur besseren Standsicherheit und bei bepflanzten Mauern zusätzlich zu einer besseren Wasserversorgung bei. Die Steine werden lose aufeinander geschichtet. Sie werden so angeordnet, dass sie von ihrer Form her gut ineinander greifen. Gegebenenfalls sind sie mit Hammer und Meißel nachzubearbeiten. Die Steine sind schräg mit Neigung gegen den Erddruck auszurichten und mit Kies und kleineren Bruchstücken während des Aufmauerns zu hinterfüll Maximal 3 Steine dürfen aufeinander stoßen. Damit werden Kreuzfugen vermieden. Stoßfugen (senkrechte Fugen) dürfen nur über maximal 2 Schichten gehen. Die größten Steine werden im unteren Bereich und in den Randbereichen eingebaut. Mindestens 10% der Steine müssen sogenannte Bindersteine sein, die über die gesamte Mauerbreite hindurchgehen. Die Steine sollen immer in ihrer natürlichen horizontalen Schichtung eingebaut werden. Auch dürfen Steine nie als Steller eingebaut werden. In die Fugen eingearbeiteter Boden kann den Fugen-Pflanzen ihren Wurzelraum geben. Der Boden darf jedoch keinen Druck auf die Steine ausüben. Diese sollten auch noch halten, wenn der Boden zusammensackt oder teils ausgeschwemmt wird. Zum Verkeilen dürfen ausschließlich kleinere Steine (sogenannte Zwickel)verwendet werden. Würde in die Fugen hauptsächlich Boden eingefüllt und die tragenden Steine auf Erdschichten lasten, die wie Mörtel verwendet werden, würde dieser Boden mit der Zeit ausgeschwemmt werden. Die Mauer wäre nicht mehr standsicher.
Trockenmauer im Querschnitt als Stützmauer
Folgende Verbandsregeln verleihen der Mauer eine ansprechende Optik und zusätzliche Stabilität:
- an der Vorder- und Rückfläche sollten niemals mehr als 3 Fugen an einem Punkt zusammenstoßen
- Keine Stoßfuge (senkrechte Fuge) darf durch mehr als 3 Schichten gehen
- Auf zwei Läufer sollte mindestens ein Binder kommen, der die gesamte Mauerstärke tief ist
- Fortlaufende Fugen vermeiden
- Die Mauer wird mit besonders großen Platten abgedeckt.
- an den Ecken sollten die größten Steine gesetzt werden.
Bepflanzung von Trockenmauern
Soll die Trockenmauer zusätzlich bepflanzt werden, so sind beim Aufbau die Stoßfugen entsprechend etwas breiter auszubilden. Es empfiehlt sich, die Pflanzen sofort einzusetzen, damit sie den erforderlichen Bodenschluss sofort bekommen. Es gibt ein großes Sortiment an Pflanzen, die sich für die Bepflanzung einer Trockenmauer eignen. Werden bei der Pflanzenauswahl die Boden- und Lichtverhältnisse beachtet, hat man schon nach 1-2 Jahren eine üppig bewachsene Mauer. Für eine sonnige, trockene Mauer eignen sich zum Beispiel: Blaukissen, Hornkraut, Steinkraut, verschiedene Sedum-Arten, Dalmatiner-Glockenblumen, niedrige Nelken, Thymian, Rosenschleierkraut, Phlox. Für eine -nicht weniger reizvolle- Mauer in schattigen, eher feuchten Garten-Lagen eignen sich z.B. Farne, Lerchensporn, Zimbelkraut, Steinbrech, Storchenschnabel, Schöllkraut und viele mehr.

Gesetzliche Regelungen zu Trockenmauern
Bei der Planung einer Trockenmauer ist zu beachten, dass ab 2 m Höhe (auch bei Ausführung durch einen Fachbetrieb) ein Standsicherheitsnachweis durch einen Statiker zwingend notwendig ist! Genauere Angaben finden Sie dazu in der jeweiligen Landesbauordnung. Eventuell kann es auch im Bebauungsplan Ihrer Gemeinde Regelungen zu Mauern geben, die Sie unbedingt beachten müssen. Vermeiden Sie unliebsame Überraschungen, indem Sie vor dem Bau das jeweilige Nachbarschaftsrecht Ihres Bundeslandes auf maximale Höhe und den erforderlichen Grenzabstand überprüfen.
Der Preis für den Aufbau einer solchen Hangbefestigung
Das Bauen einer Trockenmauer ist (zeit-) aufwändig und erfordert gute Fachkenntnisse. Beauftragen Sie einen Fachbetrieb, müssen Sie bei einem Naturstein mittlerer Preisklasse mit Kosten von 50 bis 150 EUR pro Quadratmeter Ansichtsfläche rechnen. Die Zugänglichkeit der Baustelle entscheidet erheblich über den Preis. Ein Bau in Eigenleistung ist nur bei untergeordneten, nicht tragenden Mauern zu empfehlen. Bauen Sie die Mauer dann lieber etwas niedriger und in mehrere Reihen versetzt. Je nach Steingröße, Mauerhöhe oder Zugänglichkeit empfehlen wir, diese Arbeiten vom Profi durchführen zu lassen. Für eine Muschelkalkmauer in Eigenbau müssen Sie mit rund 120,- EUR pro Tonne rechnen, für einen Granit im Durchschnitt rund 200,- EUR. Die Bepflanzung schlägt je nach Pflanzdichte mit ca. 5-15 EUR pro Quadratmeter zu Buche.
Der Fachbetrieb
Einen fachgerechten Bau kann ihnen am ehesten ein Fachbetrieb garantieren, der auf Natursteinarbeiten eingestellt ist und diese regelmäßig ausführt. Oft sind es vor allem ältere Mitarbeiter, die den Mauerbau noch von der Pike auf gelernt haben und die schönsten Trockenmauern sei es nun aus Sandstein, Basalt, Granit oder Quarzit herstellen können. Sollten Sie den Betrieb nicht kennen, so lassen Sie sich Referenzobjekte zeigen. Damit fällt die Entscheidung für den einen oder anderen Ansprechpartner sicherlich leichter.
Unser Leistungsangebot für den Bau von Trockenmauern
Wir bauen Trockenmauern nach den Regeln der Baukunst. Stabil, zuverlässig und zu einem fairen Preis.
Rufen Sie uns an! Tel.: 0 24 63 / 99 85 56. Garten und Landschaft Windt GmbH. Wir beraten Sie gerne zu Ihrer neuen Trockenmauer.
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