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Pflanzung planen und durchführen

Um eine Pflanzung fachgerecht durchführen zu können, sollte ein fachgerechter Bepflanzungsplan vorgeschaltet werden. Die Wuchseigenschaften wie Höhe und Breite, Konkurrenzverhalten, sowie die Standortansprüche und Verwendungsmöglichkeiten spielen für die spätere Entwicklung der Pflanzung eine wichtige Rolle. Fehler in der Planung machen sich vor allem bei Gehölzen erst nach vielen Jahren bemerkbar in Form von zu dichtem Wuchs, Verkahlen und Verschattung benachbarter Bereiche. Eine optimal geplante Pflanzung verursacht den geringsten Pflegeaufwand. Doch zunächst wird auf die praktischen Tipps eingegangen:

Beispiel-Pflanzung Pflanzung in einem Steingarten

1 Pflanzung im Gelände durchführen, praktische Tipps

Welche Grundsätze sind dabei zu beachten? Die wichtigsten Aspekte in Stichpunkten:

  • Ballenware wird von Ende Oktober bis April gepflanzt, Topfware ist ganzjährig möglich, Frühjahrszwiebelblumen von September bis Dezember
  • Verwendung von qualitativ hochwertigem Werkzeug und einer der Witterung angepassten Kleidung. Billige Spaten knicken leicht um und ruinieren die Sohlen der Arbeitsschuhe durch scharfe Kanten. Ein  vernünftiger Spaten kostet ab ca. 40,00 Euro.
  • Der Boden muss sorgfältig vorbereitet werden, das heißt: tiefgründig gelockert, mit Kompost oder Humus angereichert, ggf. auch mit Sand (bei lehmigen Böden). Er sollte unkrautfrei und leicht zu bearbeiten sein. In einem harten, ggf. durchwurzelten Boden hätten die Pflanzen wenig Chancen, anzuwachsen.
  • Schon vor der Bodenbearbeitung sollte die zukünftige Höhe der Pflanzflächen feststehen. Sie liegt idealerweise ca. 2 cm tiefer als benachbarte Pflasterflächen, damit das Regenwasser vom Pflaster gut abfließen kann. Unter Berücksichtigung noch einzubringender Bodenverbesserungssubstrate (s.o.), einer etwaigen Abdeckung mit Rindenmulch und des Volumens der zu pflanzenden Ballen, sowie einer Volumenvergrößerung durch die Auflockerung sollte das Erdreich vor der Bodenverbesserung ca. 5-8 cm tiefer anstehen als die benachbarten Pflasterflächen. Ggf. ist Erdreich abzutragen.

auslegen des Pflanzgutes Auswahl des richtigen Standortes durch den Projektleiter

  • Pflanzreihenfolge: zuerst die Gehölze, dann die Stauden, dann die Zwiebelblumen
  • Aushubloch immer mind. ein Drittel größer machen als der Ballendurchmesser
  • Humus und Startdüngung (z.B. Hornspäne) nur in den obersten 30 cm beimischen, nicht in tieferen Schichten
  • Pflanztiefe immer genau so, wie die Pflanze vorher gestanden hat, nicht tiefer
  • Wieder eingefülltes Erdreich mit Fußtritten sanft verdichten, um Hohlräume zu schließen. Nicht total fest stampfen.
  • Für ausreichenden Wasserabzug sorgen. Wenn schon bei der Pflanzung Wasser im Loch stehen bleibt, kann die Staunässe die Pflanze zum Absterben bringen.
  • nicht standsichere Pflanzen pfählen
  • Bei Gehölzen: Rings um den Ballen einen Erdwall als Gießring ausbilden.
  • Alle Pflanzen kräftig anschlämmen. Der Boden rings um die neuen Pflanzen sollte tiefgründig durchnässt werden, bis er fast pampig ist. Dadurch werden die Wurzeln gut mit Erdreich umgeben.
  • Auf Wunsch Flächen mit Rindenmulch abdecken als Unkrautschutz. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass einige, wenige Staudenarten dies nicht vertragen, wie zum Beispiel das Johanniskraut Hypericum calycinum. 

Landschaftsgärtner bei Pflanzarbeiten großer japanischer Fächerahorn Acer palmatum als Pflanzgut

2 Definition der Planung für die Pflanzung

Ein Bepflanzungsplan ist eine detaillierte Darstellung der Art und Weise der Pflanzung im Garten bzw. im Gelände. In ihm werden die zur Pflanzung vorgesehenen Gehölze, Bäume, Sträucher, Stauden, Zwiebelpflanzen und gegebenenfalls einjährigen Blumen mit botanischen Namen (ggf. auch deutschen Namen) und den vorgesehenen Stückzahlen dargestellt.

3 Aufbau eines Bepflanzungsplans

Die Planung kann grafisch auf verschiedene Weise dargestellt werden. Etabliert haben sich Symbolpläne und flächige Darstellungen, wobei den letzteren aus verschiedenen Gründen der Vorzug gegeben werden sollte. 

3.1 Plan für die Pflanzung mit Symbolen

Hat man viele einzelne Pflanzen oder Stauden darzustellen, bietet sich auch die Verwendung von Symbolen an. Gängige Symbole wie Dreieck, Kreis und Quadrat kommen hier zum Einsatz und erläutern gleichzeitig die Wuchsform und das Erscheinungsbild der Pflanze und / oder Blüte. So lautet ein dunkelviolettes Dreieck übersetzt: Hochwachsend, aufrecht, dunkle Färbung der Blüten.

In der Legende des Plans für die Pflanzung sind der botanische Name der Gehölze, Bäume, Sträucher, Blumen und Stauden formuliert nach Gattung, Art und Sorte aufgeführt. Sinnvoll ist auch eine Angabe zur Stückzahl pro Quadratmeter, zur Gesamtstückzahl und zur Qualität und Verschulung der Stauden und der Gehölze.

Der praxisrelevante Nachteil dieser Darstellungstechnik liegt in seiner Unübersichtlichkeit.

Die Pläne sind vielfach mit Dutzenden verschiedener Symbole überfrachtet, deren Bedeutung man nur durch einen stetigen Blickwechsel zwischen Plan und Legende erfahren kann. Spätestens wenn man die Bedeutung des 4. Symbols nachgeschaut hat, hat man die Bedeutung des ersten schon wieder vergessen. Die Stückzahlen müssen anhand der Anzahl der Symbole im Plan nachgezählt werden, was bei der Übertragung ins Gelände, also beim Auslegen der Stauden, hinderlich ist. Des Weiteren besteht die Gefahr, während der Planung die optimalen Stückzahlen pro Quadratmeter aus den Augen zu verlieren. Man gruppiert munter seine Symbole, hat jedoch kaum eine Kontrolle darüber, ob die Pflanzen auch dicht genug eingeplant sind für einen optimalen Flächenschluss, oder möglicherweise schon zu dicht.

Leider wird an vielen Hochschulen gelehrt, den Plan für die Pflanzung mit derartigen Symbolen darzustellen. Auch in vielen Fachbüchern findet man es so. Die Vorteile der im Folgenden erläuterten flächigen Darstellung liegen jedoch auf der Hand. 

3.2 Pflanzung geplant mit flächiger Darstellung

Die zeichnerische Darstellung der Pflanzen erfolgt in Form von Flächen. In der klassischen Bepflanzungsplanung werden Gehölze, Stauden und weitere Blühpflanzen im Sinne der Optik und Pflegeleichtigkeit in Gruppen verwendet. Nur Solitärgehölze und einige kurzlebige Gartenvagabunden werden einzeln eingeplant. Dem wird bei dieser Plandarstellung Rechnung getragen, gleichzeitig ist somit das Auslegen der Pflanzen auf der Baustelle wesentlich einfacher zu handhaben. Ein stetiger Blickwechsel und ein Suchen in der Legende entfallen, da der flächige Pflanzplan ohne Legende auskommt und die Pflanzennamen direkt dort beschriftet sind, wo sie im Plan zu finden sind. Im Supermarkt sind die Produkte ja auch auf der Packung beschriftet und nicht neutral-weiß verpackt und mit Symbolen versehen, deren Bedeutung in einer separaten Tabelle an der Kasse eingesehen werden kann.

Bei der Anfertigung eines solchen Plans können die Flächeninhalte der Teilflächen in CAD leicht ermittelt werden. Multipliziert mit der artspezifisch optimalen Stückzahl pro Quadratmeter ergibt sich die Menge, welche an der Teilfläche im Plan für die Pflanzung ersichtlich ist. Ein Auszählen von Symbolen erübrigt sich. Sollen einzelne Stauden in die Flächen eingestreut werden, kann ausnahmsweise mit einer überschaubaren Anzahl an Symbolen (max. 4-5) gearbeitet werden.

3.3 Bepflanzungsplan für Gehölzpflanzungen in der Landschaft

Bei Hecken und Straßenbegleitgrün plant man die Pflanzung nach Pflanzraster. Hier gibt es vielfach keinen eigentlichen Bepflanzungsplan mehr, sondern eine Tabelle mit der Pflanzenverteilung pro laufenden Meter oder Quadratmeter. Dies ist die schnellste und effektivste Methode, eine Pflanze aus der Gartenplanung auf der Baustelle auszulegen.

Alternativ wird für ein überschaubares Teilstück ein Pflanzplan gefertigt, welcher sich stets wiederholend an den anderen anschließt. 

3.4 Allgemeine Hinweise zum Bepflanzungsplan

Die Planung der Pflanzung wird in den gängigen Maßstäben 1:100 / 1:75 / 1:50 dargestellt, je nach Intensität der Gartenplanung, der Pflanzendichte und der Handhabbarkeit auf der Baustelle. Zur besseren Abwicklung bei der Pflanzenlieferung beläuft sich die Gesamtstückzahl einer Pflanzenart nach Möglichkeit auf ein Vielfaches von 12, da die Lieferung der Pflanzen in der Regel in 12er oder 24er Kisten erfolgt. Das heißt, wenn eine Art mit 23 oder 25 Stück vorgesehen ist, rundet man auf 24 auf, bzw. ab. Bei Zahlen, die relativ weit von 12 oder 24 entfernt liegen, unterbleibt die Rundung, um weiterhin eine optimale Stückzahl pro Quadratmeter zu gewährleisten.

Gelegentlich machen auch Rundungen auf Zahlen über 10 oder über 100 Sinn, um in den Genuss von günstigeren Preisen (Mengenrabatte) zu kommen.

4 Nutzen der Planung für die Pflanzung

Mit einem Bepflanzungsplan kann man stimmige Bilder für die vorgesehene Pflanzfläche entwerfen und gestalten. So ist es z. B. schon zu einem frühen Zeitpunkt der Garten- Anlage, bzw. -Umgestaltung möglich, in einem Bepflanzungsplan für einen kleinen Garten mit wenig Pflanzung darauf zu achten, dass sich die einzelnen Blumen, Stauden, Gehölze usw. durch ihre Blüten, ihre Laubfärbung bzw. ihre Früchte hervorheben und zueinander passen. Erst durch das schriftliche Festhalten und die zeichnerische Darstellung kann man nachhaltig überprüfen, ob man im Bepflanzungsplan an durchgehende Blüte-Zeiten im Staudenbeet, am farbig abgestimmten Erscheinungs-Bild der Pflanzung oder an eine passende Höhenstaffelung und räumliche Ordnung der Gehölze und Sträucher gedacht hat.

Auch Themengärten wie Bauerngarten, Heidegarten bzw. ein Garten im mediterranen Stil können mit einem Plan der Pflanzung sinnvoll dargestellt werden.

 

Um bei einem Gartenteich das optimale Erscheinungs-Bild zu erreichen, empfiehlt es sich ebenfalls, einen Bepflanzungsplan oder zumindest eine Pflanzenliste anzufertigen. Neben der Optik spielt dabei die Reduzierung der Algenbildung im Gartenteich und damit die Wasserqualität eine wichtige Rolle. Bestimmte Wasserpflanzen können nämlich Algenwachstum unterdrücken.

Um die Pflege im Garten zu reduzieren, kann man bei der Gartenplanung Bereiche mit Immergrünen und Bodendeckern einplanen. Auch hierfür bietet sich eine Planung der Pflanzung an, da sich die Gesamtstückzahl der benötigten Pflanzen durch die flächige Erfassung im Bepflanzungsplan leichter ermitteln lässt.

Der Hauptnutzen der Pflanzpläne liegt in der schönen Optik und in der Pflegeleichtigkeit der fertig gestellten Pflanzung.

5 Bepflanzungspläne vom Landschaftsarchitekten

Bepflanzugsbeispiel in einem SchwimmbadNeben dem Entwurf sind Bepflanzungspläne in der Garten-Planung das wichtigste Instrument zur Darstellung eines Garten-Konzeptes. Wird die Pflanzung für einen Garten von einem Gartenarchitekten geplant, muss er sich, um einer qualitativ hochwertige Gestaltung der Anlage Sorge zu tragen, im Vorfeld mit dem Erscheinungs-Bild der Bäume, Sträucher, Blumen und Stauden auseinandersetzen. Er berücksichtigt nicht nur die Eigenschaften des Standortes sondern auch die Erscheinungsform der Pflanze in Habitus, Blüte, Form der Blüten und Lebensdauer. Ebenso wird er dem Aspekt der Pflege Rechnung tragen und für ein harmonisches Gesamt-Bild der Pflanzung im Garten sorgen. 

Wir erstellen einen qualifizierten Bepflanzungsplan, legen wahlweise die Pflanzen zwecks Pflanzung in Eigenleistung aus oder führen die Arbeiten auf Wunsch komplett durch. Rufen Sie uns unverbindlich an: Tel.: 02463/998556

 

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Dipl.-Ing. Johannes Windt

Deutschlandweiter Ingenieurverbund für Garten- und Landschaftsplanung "Frischer Windt"

Planung, Gestaltung und Pflege für Außenanlagen aller Art

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