Schwimmteich Planung und Bau
Welche weiteren Faktoren sind beim Schwimmteich Bau zu beachten?

1. Lage
Zunächst einmal spielt die Lage des Teiches eine zentrale Rolle für die Planung. Der Schwimmteich sollte gut sichtbar und erreichbar sein, schließlich möchte man ihn zum Baden nutzen und bei schlechterem Wetter zumindest sehen. Eine Lage in der unmittelbaren Nähe des Wohnhauses an der Terrasse ist meist vorteilhaft. Dabei ist auch die Besonnung zu beachten.
2. Besonnung
Starke Sonneneinstrahlung erwärmt das Wasser besonders gut. Der Vorteil ist eine angenehme Wassertemperatur, von Nachteil ist, dass in wärmerem Wasser Algen besser gedeihen und die physikalische Sauerstoffspeicherkapazität des Wassers abnimmt. Eine teilweise besonnte Lage ist also in der Regel die beste Wahl. Ein besonders schöner Effekt ergibt sich, wenn ein Holzdeck oder eine Terrasse östlich des Teiches angelegt werden kann und die im Westen tief stehende Abendsonne von der Wasseroberfläche reflektiert wird (reflecting pool effect). Auf der Terrasse genießt man dann die doppelte Einstrahlung der flach stehenden und nicht mehr so starken Sonne und man kann daher die Abendstunden länger genießen. Eine kleine Mauer im Rücken speichert zusätzlich die Tageswärme, die sie abends wieder abgibt. So kann auf kleinem Raum ein wärmeres Mikroklima geschaffen werden.
Wer einen Schwimmteich in direkter Nähe zum Haus baut, kann bei entsprechender Himmelsausrichtung die flachen Sonnenstrahlen des Winters in einen Wintergarten reflektieren lassen und somit Heizkosten sparen. Die heiße, hoch stehende Sonne des Sommers hingegen wird höher über das Haus reflektiert, bzw. durchdringt aufgrund des stumpferen Einfallswinkels die Wasseroberfläche und die Strahlung wird vom Wasser größtenteils absorbiert und nur zum kleinen Teil reflektiert. Eine zusätzliche Aufheizung des Hauses ist im Sommer daher nicht zu befürchten. Das Gegenteil ist der Fall: Die Verdunstung führt eher zu einer Abkühlung.
3. Formgebung
Der Schwimmteich sollte von der Form her mit dem Garten und mit dem Bau-Grundriss des Wohnhauses harmonieren. Sinnvoll ist in vielen Fällen eine Aufgreifung der Linienführung, die der Architekt mit der Planung des Hauses vorgegeben hat. Ein Badeteich wird im Garten meist zum dominierenden Element und sollte daher sowohl aus ästhetischen Erwägungen als auch aus praktischen Gründen der Nutzbarkeit sorgfältig entworfen und durchgeplant werden. 
4. Wassertiefe, -fläche und -volumen
Als Richtwert für einen ökologisch funktionierenden Schwimmteich wird eine Mindestwasserfläche von 70 qm empfohlen. Der Schwimmbereich sollte eine Mindestwassertiefe von 2 m, besser 2,5m aufweisen. Je tiefer der Teich ist, desto besser ist die Auswirkung auf die Wasserqualität. Kaltes Wasser ist schwerer als warmes, weshalb es sich unten sammelt. Zum einen wachsen Algen in kaltem Wasser nicht so schnell wie in warmem Wasser (Reaktionsgeschwindigkeits-Temperatur-Regel), weshalb ein Teich mit einer große Tiefe und einem großen Wasservolumen insgesamt weniger anfällig für Verunreinigung ist. Zum anderen wird die Tiefe benötigt, um beim Schwimmen mit den Füßen keinen Mulm vom Teichgrund aufzuwirbeln und damit das Wasser zu trüben. Dieser sogenannte Detritus besteht aus toter organischer Substanz, welche sich übereinander schichtet und bei Verrottung Nährstoffe freisetzt. Tiefer gelegene Schichten sind durch die darüber liegenden Schichten abgedeckt und haben somit bei ihrer Verrottung weniger Einfluss auf die Wasserqualität. Abgelagerter Mulm sollte daher nicht aufgewirbelt werden, da er so beschleunigt mineralisiert würde. Die Aufwirbelung kann durch eine ausreichende Wassertiefe weitestgehend vermieden werden. Die Bodenablagerungen sollten regelmäßig durch einen Teichsauger oder durch einen Bodenablauf abgesaugt werden.
5. Bepflanzung
Die Bepflanzung des Teiches wird vornehmlich nach Kriterien der Leistungsfähigkeit einzelner
Arten, das Wasser zu reinigen, vorgenommen. Doch spielen hier auch subjektive Entscheidungskriterien wie die Schönheit gewisser Pflanzen eine Rolle. So darf beispielsweise der schön blühende und Schmetterlinge anziehende Blutweiderich (Lythrum salicaria) in kaum einem Schwimmteich fehlen, ebenso wie die Seerose (Nymphaea), die neben ihren schönen Blüten für eine Beschattung des Wassers sorgt und somit einer allzu starken Erwärmung vorbeugt. Zudem nimmt sie die UV-Strahlen auf, bevor sie bei den darunter potentiell befindlichen Algen ankommt und so deren Photosynthese ankurbeln könnte. Einige submerse Arten sondern Stoffe aus, die Algenwachstum hemmen. Die Krebsschere (Stratiotes aloides) ist daher sehr empfehlenswert. Zudem ist sie pflegeleicht, da sie im Wasser schwimmt, ohne fest einzuwurzeln. Wenn sie überhand nimmt, kann sie leicht heraus gefischt werden, ohne dass dabei Mulm aufgewirbelt wird, wie es bei fest eingewachsenen Pflanzen der Fall ist.
Weitere erwähnenswerte Pflanzen sind die Kanadische Wasserpest (Elodea canadensis), verschiedene Schilfarten (Phragmites spec.), Seggen (Carex spec.) und Binsen (Juncus spec.).
Außerhalb des Teiches lässt sich sehr schön mit hohen Ziergräsern, wie dem Chinaschilf und mit Bambus, sowie in wintermilden Gegenden mit dem Riesenschilf (Arundo donax) arbeiten, die für ein wohliges, exotisches Ambiente sorgen. Für Freunde des naturnahen, heimischen Gartens stellen wir Bepflanzungen aus heimischen Arten zusammen, wie zum Beispiel Pfeifengras, Weiden und Rohrkolben.
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Dipl.-Ing. Johannes Windt
Deutschlandweiter Ingenieurverbund für Garten- und Landschaftsplanung "Frischer Windt"
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