Nur ein Schwimmteich mit sauberem Wasser macht wirklich Spaß!
Mit welchem Wasser sollte ein Schwimmteich befüllt werden?
Woher kommt das Wasser für den Schwimmteich? Dies ist eine zentrale Frage, die auch ein Entscheidungskriterium für oder gegen den Schwimmteichbau sein kann. Prinzipiell kommen folgende Möglichkeiten in Frage:

1. Leitungs-Wasser
„Klares, reines, trinkbares Wasser kann für meinen Teich nur das Beste sein", denkt so manch ein Bauherr, der mit der Anlage eines Badeteichs liebäugelt. Doch weit gefehlt!
Trinkwasser ist das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland, doch wird es nur auf Stoffe hin untersucht, die eine Auswirkung auf den menschlichen Organismus haben können. Nur eine untergeordnete Rolle bei der Untersuchung spielt beispielsweise der Phosphatgehalt. Da Phosphate in bestimmten Konzentrationen nicht giftig sind, ist der Grenzwert dafür im Trinkwasser mit 6,7 mg pro Liter laut Trinkwasserverordnung von 2001 recht hoch. Phosphate sind jedoch hoch wirksame Pflanzennährstoffe und können schon in geringen Spuren zu vermehrtem Algenwachstum führen. Ein Gramm Phosphat kann 10 kg Algenmasse hervorbringen. Ein Phosphatgehalt in dieser Größenordnung wäre ein Indiz für ein stark eutrophiertes Gewässer. Daher liegt der empfohlene Grenzwert für Schwimmteiche laut FLL-Richtlinie von 2003 bei nur 0,01 mg pro Liter Badewasser. Das entspricht nur 1,5 Prozent des zulässigen Wertes für Trinkwasser, welches daher beim Schwimmteichbau nur selten geeignet ist. Zumindest sollte bei Zufüllung von Trinkwasser abhängig vom tatsächlichen Phosphatgehalt eine Vorreinigung mit speziellen chemischen Phosphatbindern erfolgen.
2. Regen-Wasser
Regenwasser ist trotz des Nährstoffgehaltes aus Landwirtschaft und Abgasen immer noch besser für die Befüllung geeignet als Leistungswasser. Es ist zudem kostenlos. Daher sollte jede Möglichkeit genutzt werden, Regenwasser von Dachflächen zu sammeln und dem Schwimmteich zuzuführen. Lediglich am Beginn eines Regenschauers, wenn Staub und Dreck von den Ziegeln und aus der Luft gewaschen werden, ist das Wasser verunreinigt. Durch einen Schacht zur Vorversickerung kann es dem Teich jedoch fern gehalten werden, während das saubere Wasser nach einer bestimmten Zeit dem Teich zugute kommt. Wenn der Teich mit einem Überlauf hin zu einer Sickergrube ausgestattet wird, können so auch Gebühren für die Einspeisung von Regenwasser in die Kanalisation gespart werden.
3. Grund-Wasser
Wer abhängig vom Untergrundgestein und von der Grundwassertiefe die Möglichkeit und die Genehmigung hat, einen Brunnen zu bohren, sollte sie zur Befüllung des Teiches nutzen. Der Nährstoffgehalt des Grundwassers ist zwar auch regional unterschiedlich, doch ist die Qualität im Allgemeinen mit Abstand die beste der vorgestellten Varianten. Die Werte der relevanten Parameter lassen sich in der Regel beim zuständigen Amt erfragen oder man lässt das Wasser eines benachbarten, schon vorhandenen Brunnens untersuchen.
4. Fluss- und Bach-Wasser
Es variiert in der Qualität regional sehr stark. Es sollte vorher untersucht und vor allem die Frage nach einer Genehmigung für die Nutzung des Wassers geklärt werden. In der Regel lässt sich das beste Wasser nicht direkt aus dem Fließgewässer sondern aus dem Uferfiltrat gewinnen.
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Dipl.-Ing. Johannes Windt
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