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Gartenplanung Dipl.-Ing. Johannes Windt

Filter, Filterkammer und -matten im Schwimmteich

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Unterschiedliche Filtertypen

Man unterscheidet zwischen mechanischen Filtern außerhalb und innerhalb des Wasserspiegels.

Erstere werden nur dann mit Wasser beschickt, wenn die Pumpe in Betrieb ist. Schaltet man die Pumpe aus, fallen sie trocken und wassergebundene Mikroorganismen sterben zum großen Teil. Filter, die immer im Wasser stehen, haben den Vorteil, dass die Lebensbedingungen für die Mikroorganismen fortwährend ähnlich bleiben, was deren Überleben begünstigt. Daher setzen wir in Schwimmteichen nur Nassfilter ein.

Der Sinn aller Filteranlagen ist, dass Schwebstoffe ausgefiltet werden, denn diese trüben das Wasser und sind größtenteils organischen Ursprungs und würden ohne Ausfilterung sonst im Teich verrotten. Dabei werden die in ihnen enthaltenen Nährstoffe mineralisiert, an das Wasser abgegeben und begünstigen Algenwachstum. Also lautet die Devise vereinfacht gesagt: immer weg damit.

Welche Arten von Filtern gibt es?

Trommelfilter zum Beispiel drehen sich permanent. Sie reinigen sich quasi von selbst und funktionieren also rein mechanisch. Sie entnehmen Stoffe bis 45 micron Durchmesser, wie zum Beispiel schwebende Algen. Die Schwebstoffe werden in den Kanal geleitet. Solche Produkte gibt es beispielsweise von Oase oder FIAP. Von Nachteil ist unserer Auffassung nach, dass sie mechanisch sehr kompliziert sind und damit auch teuer.

In Verbindung mit einem Biofilmreaktor sind sie hingegen gut für Koianlagen geeignet, da abreißende Fetzen des Biofilms als Futter für die Fische dienen.

Wird erst der Skimmer, dann der Trommelfilter vor den Biofilmreaktor geschaltet, ist eine solche Konstruktion aber auch für Schwimmteiche möglich.

Des Weiteren gibt es Unterwasserfilter als fertige Systeme, Druckfilter, Durchlauffilter und Modulfilter.

Wichtig ist immer, das für den jeweiligen Teich geeignete Filtersystem auszuwählen. Die Anlage darf nicht zu viel Zooplankton ausfiltern. Dies gilt insbesondere für den Schwimmteichtyp 3, welcher in Privatgärten am häufigsten zum Einsatz kommt.

Auf alle verschiedenen Systeme hier im Detail einzugehen, würde den Rahmen dieser Abhandlung sprengen, daher konzentrieren wir uns auf die selbst konstruierten Nass-Filterkammern so wie wir sie bei den von uns geplanten Schwimmteichen zumeist verwenden.

Die Filterkammer positionieren wir in der Regel unter einer Holzterrasse, die direkt an den Schwimmbereich angegliedert ist. Sie wird in der Regel aus Betonschalungssteinen gemauert, welche auf der Folie stehen. Alternativ kann die Folie um die Schalungssteinwand herumgezogen werden.

Aufbau der Filterkammer

Die Filterkammer gliedert sich in 3 Teilbereiche: die Vorkammer, die zentrale Substratkammer und die rückwärtige Kammer.

  • In der Vorkammer sammeln sich alle vom Bodenablauf und Skimmer hierher beförderten Verunreinigungen, wie Blätter, aber auch Kalkpartikel, die sich im Tiefwasserbereich bilden. Es können sich dort auch Sandpartikel ablagern, die aus der Regenerationszone ausgetragen oder durch Wind eingeweht werden. Obwohl dort nur gewaschene Materialien zum Einsatz kommen, gibt es immer einen Restanteil feiner Bestandteile. Sie landen irgendwann im Tiefwasserbereich und bewegen sich in Richtung Bodenablauf und von dort zur Filterkammer. Die Vorkammer der Filterkammer hat die gleiche Funktion wie der Beutel in einem Staubsauger. Die Tatsache, dass sich dort Schwebstoffe sammeln, zeigt, dass die Anlage funktioniert. Aus der Vorkammer der Filterkammer (2) können der dort angesammelte Sand, Schlamm und andere Verunreinigungen manuell komfortabel entfernt werden. Dazu bedient man sich eines Keschers und Teichstaubsaugers (Unterwassersauger). Die regelmäßige Entfernung ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass die Anlage dauerhaft gut funktioniert.

 

Vorkammer der Filterkammer

  • Von der Vorkammer (2) fließt das Wasser durch mindestens drei Filtermatten, welche aus einem Schaumstoff mit mittleren und feinen Porenöffnungen bestehen. Diese Matten halten Schwebstoffe (= nährstoffhaltige Partikel) aus dem Wasser zurück. Sie werden regelmäßig gereinigt, damit sie fortwährend als Feinpartikelfilter funktionieren. Dazu kann man sie entnehmen und mit einem Gartenschlauch auf einer Pflasterfläche ausspritzen und dabei mit den Schuhen ausdrücken. Erfolgt die Reinigung zu selten, können die Matten verstopfen und das Wasser sucht sich einen anderen Weg, zum Beispiel an den Matten vorbei, wo es nicht gefiltert wird. Des Weiteren kann sich Schlamm von der Oberfläche der Matten lösen und die dahinter liegenden Filtersäcke verstopfen. Eine regelmäßige Reinigung der Matten ist daher ratsam.

 

Filtermatten

  • Nachdem das Wasser die Filtermatten passiert hat, fließt es durch eine Packung aus Filtersäcken (die roten Säcke im Bild), die mit speziellen und individuell auf den jeweiligen Teich abgestimmten Substraten befüllt sind. Diese Säcke sind gut wasserdurchlässig. Auf den Substraten siedeln sich Bakterien an, die sich von Nährstoffen im Wasser ernähren. Des Weiteren erfüllen die Substrate spezielle biochemische Aufgaben im Wasser.

 

Filterkammer Gesamtansicht

 

  • Anschließend bewegt sich das Wasser in den 3. Teilbereich der Filterkammer. Dieser besteht aus vielen senkrecht stehenden Drainagerohren, welche mit feinen Filterstrümpfen überzogen sind. Diese filtern die feinsten Bestandteile aus dem Wasser und werden regelmäßig abgezogen, gereinigt und wieder auf die Drainagerohre aufgezogen. Alternativ kann man sie nach einer gewissen Zeit auch entsorgen und durch neue ersetzen, da sie recht preisgünstig sind. Die Reinigung, bzw. der Austausch sollten immer dann erfolgen, bevor die Poren der Strümpfe mit Feinbestandteilen verstopft sind. Somit wird rechtzeitig verhindert, dass Wasserorganismen wie Wasserflöhe von der Pumpe angezogen werden.

Nähere Infos zur Funktionsweise finden Sie in unserem Schwimmteichfilm.

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