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Gartenplanung Dipl.-Ing. Johannes Windt

Schulhofgestaltung

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Allgemeine Aufgaben von Schulhöfen

Der Anspruch, der heute an die kreative Schulhofgestaltung unserer Schulen gestellt wird, hat sich in den letzten Jahrzehnten gravierend geändert. Handelte es sich früher bei den Freiflächen um unstrukturierte, befestigte Plätze, die von den Schülern während der Pausenzeiten aufgesucht wurden und deren Nutzung durch Reglementierungen geprägt waren, so ist heute jede Schule bemüht, attraktive, bewegungsfördernde und vielseitige Angebote auf dem Schulhof zu bieten.

Schulhof

Die Veränderung der Lebensumstände unserer Kinder und Jugendlichen hat neue Bedürfnisse geschaffen, die bei der Schulhofgestaltung Berücksichtigung finden sollten:

  • Freizeit wird heute nicht mehr so selbstverständlich wie früher im Freien verbracht; körperliche Betätigungen sind seltener geworden. Diese Entwicklung ist sowohl im ländlichen Raum wie in Großstädten anzutreffen.
  • Der Medienkonsum von Kindern und das damit verbundene stundenlange Sitzen haben stark zugenommen und sind aus medizinischer Sicht (Übergewicht, Unsportlichkeit) zu einem Problem geworden.
  • Die täglichen Zeiten, die Kinder und Jugendliche in ihrer Schule verbringen, sind im Zuge von Ganztagsbetreuung und der generellen Zunahme der wöchentlichen Unterrichtsstunden gestiegen. Damit wächst auch die Notwendigkeit, kreative Freizeitangebote und sinnvolle Pausenbeschäftigungen vorzuhalten.
  • Wichtig ist eine altersgemäße Anpassung der Schulhofgestaltung. Dies lässt sich im Bereich der Grundschule noch relativ homogen verwirklichen; bei weiterführenden Schulen, die ein Altersspektrum zwischen 10 und 19 Jahren abdecken, muss eine genau durchdachte Schulhofgestaltung erfolgen, um allen Bedürfnissen gerecht zu werden. Unabhängig von der Schulform ist jedoch festzustellen, dass jeder Pausenhofbereich neben aktiven Bereichen auch Rückzugs- und Ruhezonen aufweisen muss.
  • Wenn die räumlichen Umstände dies zulassen, sollte auch genügend Raum für konkrete pädagogische Aktivitäten geboten werden – sei es der Schulgarten, der Schulteich oder ein Freiluftklassenzimmer.

Planungsgrundsätze der Schulhofgestaltung

Gute Schulhofgestaltung zeichnet sich immer durch die aktive Mitwirkung aller Beteiligten in der Phase der Ideenfindung und Planung aus. Das heißt, Schüler, Lehrer und Eltern haben im Vorfeld die Möglichkeit, sich Gedanken zu machen und Vorschläge einzubringen. Die Aufgabe des Planers bzw. der Planerin besteht darin, diese Anregungen auszuwerten und zu einem Konzept zusammenzufassen. Gegebenenfalls muss auf nicht realisierbare Details hingewiesen werden. Häufig sind die zur Verfügung stehenden Flächen nicht groß genug, um alle Wünsche zu erfüllen. Dann ist die Erarbeitung einer sinnvollen Auswahl ein wichtiger Planungsaspekt.

Jede Schulhofgestaltung sollte vielfältigen Ansprüchen genügen. Sonnen- und Schattenplätze müssen vorhanden sein. Wenn in einer Grundschule eine Sandspielfläche angelegt wird, sollte diese zumindest teilweise beschattet werden, um die Kinder vor zu langem Aufenthalt in der Sonne zu schützen.

Eine Gliederung der zur Verfügung stehenden Fläche ist sinnvoll, der Schulhof muss jedoch aus Gründen der Aufsichtspflicht überschaubar bleiben.

Die Einfriedung des Schulgeländes ist in jedem Fall notwendig, um die Aufsichtspflicht durch die Lehrer während der Unterrichtszeiten gewährleisten zu können. Häufig werden sogar Zufahrten und Eingangsbereiche mit Toren versehen, die außerhalb der Unterrichtszeiten verschlossen sind. Diese Maßnahmen werden ergriffen, weil Vandalismus auf den Schulhöfen zu einem Problem geworden ist. Die Auswahl von Spielgeräten und Ausstattungsgegenständen richtet sich vielfach stark nach Kriterien der Unzerstörbarkeit.

Bei der Schulhofgestaltung eignen sich als Materialien für befestigte Flächen griffige, ebene Pflasterarten. Auch Asphaltdecken sind geeignet, aus optischen Gründen sollten sie jedoch für die Schulhofgestaltung nicht bevorzugt werden. Unregelmäßige Oberflächen wie z. B. Naturstein – Großpflaster sind ungeeignet, da Ballspiele darauf nicht möglich sind. Materialien wie Sandstein oder Holz sollten vermieden werden, weil sie bei Feuchtigkeit zu leicht glitschig werden.

Spielgeräte im Schulhof Planausschnitt

Elemente zur aktiven Beschäftigung

  • Insbesondere bei Kindern in der Grundschule ist Fußball spielen sehr beliebt. Eine ungegliederte Rasenfläche als Bestandteil der Schulhofgestaltung ist deshalb vorzusehen. Ab einer Flächengröße von ca. 200 m² wird eine entsprechende Nutzung möglich. Um die Vielseitigkeit der Fläche zu erhalten, kann auf Tore verzichtet werden. Alle Schüler sind kreativ und finden problemlos Hilfsmittel, die den jeweiligen Torbereich markieren. In jedem Fall reichen kleinere Hockeytore aus, da immer aus geringren Distanzen auf sie gespielt wird.
  • Auf befestigten Flächen können derartige mobile Hockeytore zusätzlich für Ballspielbereiche sorgen. Hier kann auch kleinflächiger mit Tennis- oder Softbällen gespielt werden.
  • Basketballkörbe an fensterlosen Wänden oder auf freistehenden Ständern werden außerdem gerne angenommen. Die Höhe der Körbe ist dem Alter der Schüler anzupassen. Fußball- und Basketballbereiche sollten sich nicht wesentlich überschneiden, um Konflikte zu vermeiden.
  • In der Grundschule ist auf jedem Schulhof ein Sandspielplatz unerlässlich und bei der Schulhofgestaltung zu berücksichtigen. Er sollte sich allerdings nicht in unmittelbarer Nähe des Eingangs befinden, damit die Kinder sich den Sand von den Schuhen wieder ablaufen können, bevor sie das Gebäude betreten. Derartige Details spielen eine große Rolle, um auch Hausmeister von einer neuen Schulhofgestaltung zu überzeugen. Es ist sinnvoll, die Randeinfassung dieser Fläche als Sitzkante auszulegen, z. B. durch U – Steine, die mit Fallschutzplatten beklebt werden. Die Sitzgelegenheiten werden gerne genutzt und als Nebeneffekt wird nur wenig Sand auf benachbarte Flächen verteilt.
  • In dieser Fläche kann – bei ausreichender Größe – auch ein Klettergerüst aufgestellt werden, da der Sand als Fallschutz – Untergrund geeignet ist. Andernfalls ist unter Klettergerüsten, Schaukeln etc. ein Fallschutz aus Rindenmulch, Fallschutzplatten o. ä. erforderlich.
  • Bei ausreichend großen Freiflächen wird die Attraktivität des Schulgeländes durch kreative Bodenmodellierungen erheblich erhöht. Ein Hügel, für Grundschüler untertunnelt, bietet in dieser Altersgruppe bei Schnee einen kleinen Rodelhang. Bei geschickter Platzierung kann die Böschungssicherung teilweise durch Trockenmauern, Gabionen oder Palisaden erfolgen, sodass gemütliche Sitznischen entstehen.
  • In jeder Altersgruppe sind Outdoor – Tischtennisplatten beliebt. Sie werden vielfältig genutzt. Eine verbreitete Variante ist das Spiel mit Tennisbällen, die mit der flachen Hand geschlagen werden.

Ruhebereiche

Ruhebereich im Schulhof

  • Bei der Schulhofgestaltung muss beachtet werden, dass auch Schüler einer Grundschule Ruhezonen im Schulhofbereich benötigen. An weiterführenden Schulen kann der Anteil solcher Angebote anteilig an der Gesamtfläche steigen.
  • Diese Pausenflächen sollten relativ kleinteilig gegliedert sein, um Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen. Wenn möglich, werden Ballspiel- und Laufflächen durch Pflanzungen oder andere Elemente abgetrennt. Die Anlage von Hochbeeten, deren Randeinfassungen als Sitzkanten geeignet sind, ergänzen Bänke und sonstige Sitz- oder Liegemöglichkeiten, die umfangreich vorhanden sein sollten. Höhenversetzt angelegte Holzplateaus kombinieren beispielsweise Kletteraktionen mit Ruheflächen und werden auch von älteren Schülern noch frequentiert.

 

Integration von Unterrichtsinhalten auf Schulhöfen

  • Freiluftklassen, die geschützt und schattig im Randbereich des Schulhofgeländes liegen, bieten eine willkommene Abwechslung im Unterrichtsverlauf. Es ist sinnvoll, die Ausstattung durch einen Tisch für Demonstrationszwecke zu vervollständigen, um in möglichst vielen Unterrichtsstunden diese Möglichkeit nutzen zu können. Ein Klassensatz mit stabilen Klemmbrettern ermöglicht den Schülern, den Lehrstoff problemlos zu notieren.
  • Die Anlage eines Schulgartens wird als Bereicherung des Biologieunterrichts zunehmend wieder angestrebt und sollte Bestandteil der Schulhofgestaltung sein. Besonders in städtischen Bereichen soll die Naturverbundenheit und das ökologische Verständnis bereits in der Grundschule auf diesem Wege gefördert werden.
  • Gleiches gilt für Teichanlagen, die in Gemeinschaftsaktionen von Lehrern, Schülern und Eltern angelegt und gepflegt werden. Bei Teichen im Bereich von Schulgeländen sollte immer der Aspekt der Sicherung beachtet werden. Bei frei zugänglichen Bereichen kann es im Zusammenhang mit Unfällen zu Haftungsproblemen kommen.

 

grünes Klassenzimmer

Bepflanzung von Schulhofgeländen

Die pflanzliche Ausstattung von Schulhofgeländen sollte möglichst naturnah ausgerichtet sein und sich überwiegend auf heimische Arten konzentrierten. Arten wie Haselnuss, Holunder, Strauchweide sind außerdem sehr robust; sie leiden wenig unter abgerissenen oder gebrochenen Zweigen und Ästen. Giftige oder besonders stachelige Sträucher oder Stauden sind natürlich bei der Schulhofgestaltung auszuschließen.

Es ist sinnvoll, die Qualitäten der zu pflanzenden Arten relativ groß auszuwählen. Sehr kleine Pflanzen werden sonst leicht zerstört. Die Erfahrung zeigt, dass größere, kräftige Pflanzen besser akzeptiert und schonender behandelt werden. Um dieses Verhalten positiv zu beeinflussen, ist die bereits erwähnte Beteiligung aller Schüler, Lehrer und Eltern am Planungs- und Ausführungsprozess wichtig und ratsam.

Die Integration der Schüler und auch ihrer Eltern im Rahmen von Pflanz- und Pflegeprojekten ist ein wichtiger Aspekt, um den Umgang mit Neuanpflanzungen positiv zu beeinflussen. Kinder, die vorhandene Sträucher auf ihrem Schulhof regelmäßig wässern, werden diese nicht bei nächster Gelegenheit zertreten oder ausreißen.

Da Rasenansaaten  mehrere Monate benötigen, um trittfest zu sein, sollte über die Verwendung von Rollrasen im Pausenhofbereich nachgedacht werden. Die Erfahrung zeigt, dass auch der 6 – Wochen – Zeitraum von Sommerferien nicht ausreicht, um frisch angesäte Flächen nach Schuljahresbeginn für die Schüler freigeben zu können.

Bepflanzung Schulhof

Finanzierungs- und Ausführungskonzepte

Verantwortlich für die Durchführung von Sanierungs- oder Erneuerungsarbeiten im Bereich der Schulhofgestaltung ist zunächst in jedem Fall der Schulträger. Mit fortschreitender Liberalisierung der Wahlfreiheit von Schulstandorten durch die Eltern treten einzelne Schulen immer mehr in Konkurrenz zueinander und müssen deshalb ständig bestrebt sein, ihre Attraktivität zu erhöhen. Besonders im Bereich der Grundschulen spielt die Schulhofgestaltung in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle, spiegelt sie doch bereits auf den ersten Blick einen Teil der Kreativität einer Grundschule wider.

Die Finanzknappheit sämtlicher Schulträger macht es erforderlich, nach zusätzlichen bzw. alternativen Finanzierungsquellen oder Einsparungsmöglichkeiten bei der Schulhofgestaltung zu suchen. Im Rahmen von Schulfesten oder Sponsorenläufen wird in diesem Zusammenhang ein Teil der notwendigen Mittel erwirtschaftet. Ebenso entscheidend sind die Aktivitäten von Förder- und Elternvereinen, die durch finanzielle Unterstützung und tatkräftige Mitarbeit viele Projekte verwirklichen. Allerdings ist zu bedenken, dass es nicht in allen Bereichen sinnvoll ist, Eigenleistungen zu erbringen. Der Bau oder Aufbau von Klettergerüsten beispielsweise sollte immer von Fachfirmen übernommen werden, um Sicherheits- und Haftungsprobleme zu vermeiden.

 

Abschließend kann gesagt werden, dass eine gelungene Schulhofgestaltung nur dann realisiert werden kann, wenn bereits ab Beginn der Planungsphase gemeinsam von allen Beteiligten ein Konzept erarbeitet wird und anschließend auch die Umsetzung in ständiger enger Abstimmung erfolgt. Ein vielseitig nutzbarer, kreativitätsfördernder Pausenbereich ist von wachsender Bedeutung für den Schulalltag, da die Zeit, die Schüler in der Schule verbringen, tendenziell länger wird und damit auch Freizeitaktivitäten im weiteren Sinn in immer stärkerem Maß hier stattfinden.

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