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Gartenplanung Dipl.-Ing. Johannes Windt

Schulhofgestaltung in NRW: Ideen, Planung, Bau, Preise

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Moderne Schulhofgestaltung Zusammenfassung

Hier erfahren Sie, was bei einer kreativen Schulhofgestaltung wirklich wichtig ist und wie sich die Ansprüche der Nutzerschaft weiter entwickelt haben.

Anschließend wird die Umplanung und der Umbau eines Schulhofs in NRW ausführlich im Detail mit allen Plänen, Preisen und Bildern dokumentiert.

Der Schulhof einer Grundschule mit 3.663 qm Fläche aus den 1970er Jahren war teilweise baufällig und bot nur wenig Spiel- und Erholungswert. Er wurde komplett umgeplant und neu gestaltet.

Diese ausführliche Projektdokumentation zeigt alles Wichtige:

  • zur Planung der befestigten Flächen und interessanten Spielmöglichkeiten,
  • zur Bauphase
  • Eindrücke des fertig gestellten Schulhofparadieses
  • und das in einem Detaillierungsgrad, der sonst kaum irgendwo im Internet zu finden ist.
  • Hier sehen Sie das komplette Leistungsverzeichnis und die Preise und Kosten aller Einzelkomponenten.
  • Diese Dokumentation richtet sich in erster Linie an die Schulträger, die einen Schulhof gestalten möchten, also zumeist die Bauämter oder Grünflächenämter der Städte und Gemeinden, aber auch an alle anderen Schulträger.

Erleben Sie weiter unten die Entstehung einer außergewöhnlichen Spiellandschaft in der Grundschule in NRW mit Verkehrsübungspark, Kunstrasenspielfeld und einer Seilbahn vom Anfang bis zum Finale.

Schulhofgestaltung mit Fußallfeld und Verkehrslinien.sm

Schulhofgestaltung mit Kunstrasenfeld und Fahrbahnmarkierungen

Inhaltsverzeichnis Schulhofgestaltung

Die folgenden Aufzählungspunkte sind anklickbar und scrollen Sie direkt zum gewünschten Abschnitt runter. 

Grundsätze der Schulhofgestaltung

Projektbeispiel Schulhofgestaltung in NRW für eine Grundschule: Planung

Bauphase des Projektbeispiels

Der fertige Schulhof

 

Autor

Der Autor dieses Beitrags bin ich, Johannes Windt. Ich bin Dipl.-Ing. für Garten- und Landschaftsplanung und mit meinem Planungsbüro in Nordrhein-Westfalen selbstständig tätig seit 2001. Ich habe neben zahlreichen anderen Außenanlagen in 5- bis 7-stelligen Euro-Größenordnungen auch zahlreiche Schulhöfe geplant und gebauleitet, so auch das hier ausführlich beschriebene Projekt. Ich stehe zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen für neue Schulhofprojekte gerne zur Verfügung und wir freuen uns auf Ihre Anfrage.

 

Schulhofplaner Dipl-Ing. Johannes Windt.sm

Doch zunächst einmal zu ganz allgemeinen Gestaltungsgrundsätzen für Schulhöfe:

Aufgaben von Schulhöfen

Moderne Schulhofgestaltung sollte:

  1. alle Beteiligten in den Planungsprozess einbinden
  2. die Bewegung fördern (Spiel und Sport)
  3. das Lernen fördern
  4. attraktiv, sicher, vielseitig, altersgerecht und ökologisch nachhaltig sein
  5. Aktivbereiche und Ruhezonen aufweisen
  6. behinderte Menschen so gut wie möglich integrieren (Stichwort Barrierefreiheit)
  7. attraktiv, pflegeleicht und vertrittsicher bepflanzt sein
  8. Sonnige mit schattigen Bereichen abwechseln
  9. finanziell nachvollziehbar und vorausschauend geplant sein

Angesichts der Komplexizität des Themas kann dieses Kapitel nur einen kleinen Ausschnitt der Möglichkeiten und Planungsgrundsätze abbilden. Richtig erlebbar wird Schulhofgestaltung anhand des konkreten Beispiels, welches weiter unten ausführlich dokumentiert ist.

1 Einbindung der Beteiligten in die Schulhofgestaltung

Gute Schulhofgestaltung zeichnet sich immer durch die aktive Mitwirkung aller Beteiligten in der Phase der Ideenfindung und Planung aus. Das heißt, Schüler, Lehrer, Eltern und die Eigentümer, bzw. Betreiber der Schule können und sollen im Vorfeld ihre Wünsche einbringen. Dies steigert auch die persönliche Identifikation mit dem neuen Schulhof. Die Aufgabe des Planers bzw. der Planerin besteht u. a. darin, diese Anregungen auszuwerten und zusätzliche Ideen zu entwickeln.

Häufig sind die Wünsche deutlich größer als die zur Verfügung stehende Fläche, bzw. das Budget. Aufgabe der Planung ist es dann, in Abstimmung mit den Beteiligten die Ideenliste zu priorisieren und eine Planung zu entwickeln, mit der die bestmögliche Gestaltung zu einem angemessenen Kostenrahmen verwirklicht werden kann.

2 Bewegung fördern (Spiel und Sport)

Freizeit wird heute nicht mehr so selbstverständlich wie früher im Freien verbracht. Körperliche Betätigungen sind im Smartphone-Zeitalter leider seltener geworden. Diese Entwicklung ist sowohl im ländlichen Raum als auch in Großstädten anzutreffen. Dies ist aus medizinischer Sicht (Übergewicht, Unsportlichkeit) zu einem Problem geworden.

Die täglichen Zeiten, die Kinder und Jugendliche in ihrer Schule verbringen, sind im Zuge von Ganztagsbetreuung und der generellen Zunahme der wöchentlichen Unterrichtsstunden gestiegen. Damit wächst auch die Notwendigkeit, bewegungsfördernde Pausenbeschäftigungen im Freien anzubieten.

3 Lernen fördern

Wenn die räumlichen Umstände dies zulassen, sollte auch genügend Raum für konkrete pädagogische Aktivitäten geboten werden. Folgende Elemente sind möglich, um nur einige zu nennen:

  • Freiluftklassen mit Lehrerpult, die geschützt und im Idealfall zumindest vormittags bis mittags schattig im Randbereich des Schulhofgeländes liegen, bieten eine willkommene Abwechslung im Unterrichtsverlauf.

grüne Schulklasse Ausführungsplan.pdf

  • Fahrbahnmarkierungen zum Lernen der Verkehrsregeln für Grundschulen
  • Waldlehrpfad, bzw. vandalensichere Beschilderung von Pflanzen auf dem Schulhof
  • Die Anlage eines Schulgartens wird als Bereicherung des Biologieunterrichts zunehmend wieder angestrebt. Besonders in städtischen Bereichen soll die Naturverbundenheit und das ökologische Verständnis bereits in der Grundschule auf diesem Wege gefördert werden.
  • In Schulteichen werden ökologische Zusammenhänge praxisnah erfahrbar. Die Verbundenheit mit der Anlage wird gefördert, wenn sie in Gemeinschaftsaktionen von Lehrern, Schülern und Eltern angelegt und gepflegt werden. Eine Einfriedung der Teichanlage dient der Absicherung.

Insbesondere bei Schulgärten und -teichen sollte sich immer jemand im Vorfeld für die Pflege verantwortlich zeichnen.

4 Sicherheit im Schulhof

Alle Elemente im Schulhof sollten sicher sein. Dazu gehören entsprechende Prüfzertifikate vor dem Einbau der Elemente ebenso wie die turnusmäßigen Sicherheitskontrollen von beispielsweise Spielgeräten.

Wenn in einer Schule eine Sandspielfläche angelegt wird, sollte diese zumindest teilweise beschattet werden, um die Kinder vor zu langem Aufenthalt in der Sonne zu schützen.

Eine Einfriedung des Schulgeländes ist in der Regel notwendig, um die Aufsichtspflicht durch die Lehrer während der Unterrichtszeiten gewährleisten zu können. Häufig werden zum Schutz vor Vandalismus auch Zufahrten und Eingangsbereiche mit Toren versehen, die außerhalb der Unterrichtszeiten verschlossen sind.

Die Auswahl von Spielgeräten und Ausstattungsgegenständen richtet sich vielfach stark nach Kriterien der Unzerstörbarkeit.

Bei der Schulhofgestaltung eignen sich als Materialien für befestigte Flächen griffige, ebene Pflasterarten. Auch Asphaltdecken sind geeignet.

Mehrere Ballspielbereiche sollten entsprechende Abstände zueinander aufweisen und Tore, bzw. Torwände so positioniert werden, dass daneben geschossene Bälle keine Personen, oder Fensterscheiben gefährden.

Torwand auf dem Schulhof.sm

 

5 Aktivbereiche und Ruhezonen

Eine thematische Gliederung der zur Verfügung stehenden Fläche nach Actionbereichen und ruhigen Bereichen ist sinnvoll. Während in Grundschulbereichen der Bewegungsdrang noch größer ist, kann an weiter führenden Schulen der Anteil der Ruheflächen größer gehalten werden.

Der Schulhof soll aus Gründen der Aufsichtspflicht möglichst überschaubar bleiben.

Sitzbereiche zur Kommunikation sollten an zahlreichen Stellen integriert werden, idealerweise mit interessanten Ausblicken, zum Beispiel auf Spiel- und Sportbereiche.

Bank mit Blick zum Sandkasten.sm

Die Anlage von Hochbeeten, deren Randeinfassungen als Sitzkanten geeignet sind, ergänzen Bänke und sonstige Sitz- oder Liegemöglichkeiten, die umfangreich vorhanden sein sollten.

Höhenversetzt angelegte Plateaus kombinieren beispielsweise Kletteraktionen mit Ruheflächen und werden auch von älteren Schülern noch frequentiert.

  • Fußball spielen ist in allen Schulformen sehr beliebt. Eine entsprechende Rasenfläche als Bestandteil der Schulhofgestaltung ist daher immer sinnvoll, jedoch mit hygienischen Einschränkungen, doch dazu später mehr. Zumeist reichen kleinere Tore aus, da aus geringeren Distanzen auf sie gespielt wird. Notfalls kann auch auf Tore verzichtet werden. Die Schüler sind kreativ und finden problemlos Hilfsmittel, die den jeweiligen Torbereich markieren. Auf befestigten Flächen können derartige Tore zusätzlich für Ballspielbereiche sorgen.
  • Basketballkörbe an fensterlosen Wänden oder auf freistehenden Ständern werden außerdem gerne angenommen. Die Höhe der Körbe kann dem Alter der Schüler angepasst werden.
  • In der Grundschule ist ein Sandspielplatz unerlässlich. Er sollte sich allerdings nicht in unmittelbarer Nähe des Eingangs befinden, damit die Kinder sich den Sand von den Schuhen wieder ablaufen können, bevor sie das Gebäude betreten. Es ist sinnvoll, die Randeinfassung dieser Fläche als Sitzkante auszulegen, z. B. durch U – Steine, die mit Fallschutzplatten beklebt werden. Die Sitzgelegenheiten werden gerne genutzt und als Nebeneffekt wird nur wenig Sand auf benachbarte Flächen verteilt.
  • In dieser Fläche kann – bei ausreichender Größe – auch ein Klettergerüst, oder eine Rutsche aufgestellt werden, da der Sand in einer Korngröße von 0,2 bis 2 mm als Fallschutz-Untergrund geeignet ist.

Rutsche im Sandkasten.sm

  • Bei ausreichend großen Freiflächen wird die Attraktivität des Schulgeländes durch kreative Bodenmodellierungen erheblich erhöht. Ein Hügel, der für Grundschüler auch untertunnelt werden kann, bietet in dieser Altersgruppe bei Schnee einen kleinen Rodelhang.
  • In jeder Altersgruppe sind Outdoor – Tischtennisplatten beliebt. Sie werden vielfältig genutzt. Eine verbreitete Variante ist das Spiel mit Tennisbällen, die mit der flachen Hand geschlagen werden.

6 Behinderte Menschen integrieren

Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen verschiedener Art, wie Seh- und Gehbehinderungen, sollten so weit wie es geht, die Möglichkeit erhalten, am Schulunterricht zusammen mit Nicht-Behinderten teilzunehmen. Eine von vielen Grundlagen dafür ist, die Außenanlagen so barrierearm wie möglich zu gestalten. Hier können spezielle Fachplaner mit der Erstellung eines Barrierefrei-Konzepts helfen. In diesen Gutachten werden vielfach Barrieren in bestehenden Schulen aufgedeckt, die man als Nicht-Behinderter kaum erkennt. Stufen sind als Barrieren leicht zu identifizieren, aber auch sich nicht leicht genug öffnende Türen, schon kleine Aufkantungen von 2 cm Höhe oder fehlende taktile Leitplatten und Leuchtkörper können für entsprechende Menschengruppen ein schwer oder nicht zu überwindendes Hindernis darstellen.

Aufbauend auf dieses Fachkonzept kann die Planung für einen barrierearmen oder -freien Schulhof vorgenommen werden.

Taktile Leit- und Rillenplatten im Schulhof

Taktile Leit- und Rillenplatten im Schulhof

7 Bepflanzung von Schulhofgeländen

Bei der pflanzlichen Ausstattung von Schulhofgeländen muss beachtet werden, dass der Nutzungsdruck durch die Schülerschaft sehr groß ist. Insbesondere Grundschüler laufen praktisch überall lang. Dies kann durch die Pausenaufsicht kaum vermieden werden. Insofern hat man auch in den Vegetationsflächen eine enorme Trittbelastung, der selbst die widerstandsfähigsten und konkurrenzkräftigsten Stauden nichts entgegegen zu setzen haben. Staudenpflanzungen haben in Grundschulhöfen nur dann eine Überlebensschance, wenn sie durch eine Einfriedung vor Vertritt geschützt werden. Aber genau so, beispielsweise mit einer niedrigen Holzzauneinfassung mit oben abgerundeten Brettern, werten sie den Schulhof optisch deutlich auf. Vor der Einplanung solcher Beete sollte sicher gestellt sein, dass es jemanden gibt, der sich um die Pflege kümmert. Von daher sollten solche Flächen von der Größe her überschaubar bleiben, mit möglichst pflegeleichten Arten bestückt werden und nur einen sehr kleinen Anteil des Schulhofs in Anspruch nehmen. Allgemein sind Gehölze deutlich pflegeleichter und gegen den Nutzungsdruck deutlich robuster als Stauden.

Vielfach wird gewünscht, dass die Bepflanzung möglichst naturnah ausgerichtet sein soll und sich überwiegend auf heimische Arten konzentriert. Es versteht sich von selbst, dass giftige oder besonders stachelige Pflanzen auf keinen Schulhof gehören. Unserer Erfahrung nach sind bis zu 5 % der von Baumschulen gelieferten Pflanzen falsch etikettiert. Da kommt es auch schon mal vor, dass ein Pfaffenhütchen (attraktive, giftige Früchte) mit einem Schild „Felsenbirne“ (essbar Früchte) versehen ist und zur Einpflanzung bereit liegt. Daher ist nach der Pflanzenlieferung eine sorgfältige Kontrolle durch den Fachplaner notwendig, wozu es profunder Pflanzenkenntnisse bedarf.

Es ist sinnvoll, die Qualitäten der zu pflanzenden Arten relativ groß auszuwählen. Sehr kleine Pflanzen werden sonst leicht zerstört. Die Erfahrung zeigt, dass größere, kräftige Pflanzen besser akzeptiert und schonender behandelt werden.

Die Integration der Schüler und auch ihrer Eltern im Rahmen von Pflanz- und Pflegeprojekten kann den Umgang mit Neuanpflanzungen positiv beeinflussen. Kinder und Jugendliche, die vorhandene Sträucher auf ihrem Schulhof regelmäßig wässern, werden diese nicht bei nächster Gelegenheit zertreten oder ausreißen.

Die Erfahrung zeigt, dass – je nach Witterung auch 6 Wochen Sommerferien nicht immer ausreichen, um frisch angesäte Flächen zum Start des neuen Schuljahres freigeben zu können. Da Rasenansaaten mehrere Monate benötigen, um richtig trittfest zu sein, sollte einer Verlegung von Rollrasen der Vorzug gegeben werden, sofern es das Budget zulässt.

8 Sonne und Schatten in der Schulhofgestaltung

In Abhängigkeit von der Jahreszeit und Außentemperatur fühlen sich die Menschen entweder im Schatten oder in der Sonne wohler. Beides sollte auf ausreichend großer Fläche vorgehalten werden.

9 vorausschauende Finanzplanung für den Schulhof

Bei der Planung stellt der Planer frühzeitig zusammen, was die Maßnahme voraussichtlich kosten wird. Diese Kostenermittlung wird mit fortschreitender Planung weiter detailliert und erforderlichenfalls wird die Planung an das zur Verfügung stehende Budget angepasst. Detaillierte Kostenermittlungen und Preisangaben finden sich in der folgenden Projektbeschreibung.

10 Bezahlbarkeit, Finanzierung der Schulhofgestaltung

10.1 durch die Stadt, bzw. Gemeinde

Wenn es um komplette Neuanlagen von Schulhöfen, bzw. weitestgehende Umgestaltungen alter Anlagen geht, bewegen sich die Projekte in der Regel im 6-stelligen Eurobereich. Derartige Summen stemmen in der Regel die Städte, bzw. Kommunen, vertreten von ihren Bauämtern, bzw. Grünflächenämtern.

10.2 Finanzierung der Schulhofgestaltung durch Fördervereine

Wenn es um kleinere Optimierungen von Schulhöfen geht, oder wenn von der Stadt, bzw. Gemeinde keine Mittel bereit gestellt werden, können im Rahmen von Schulfesten oder Sponsorenläufen Teile der notwendigen Mittel erwirtschaftet werden. Vielfach leisten auch Förder- und Elternvereine eine finanzielle Unterstützung und tatkräftige Mitarbeit für derartige Projekte.

10.3 Finanzierung der Schulhofgestaltung durch Fördermittel

Es gibt verschiedene Förderprogramme, die für die Bereitstellung von Geldern in Frage kommen. Förderfähige Gestaltungen sind zum Beispiel:

  1. Gestaltungen für behinderte Schülerinnen und Schüler
  2. Klimaresiliente Umgestaltungen
  3. Ökologische Aufwertungen

Gerne erörtern wir die Möglichkeit einer finanziellen Förderung für unsere Kunden.

Doch nun genug der grauen Theorie. Kommen wir zu einer konkreten Schulhofgestaltung in Nordrhein-Westfalen.

Ausgangszustand des Schulhofs

Der Schulhof bietet vor der Umgestaltung schon eine wenig einladende Eingangssituation. Über einen geraden Plattenweg gelangt man von der Straße in Richtung Schulhof. Dieser ist jedoch durch einen Stabgitterzaun unterbrochen. Man muss schon seitlich daran vorbei durch ein Tor gehen, um ihn zu betreten. Der Plattenweg setzt sich dann fort in Richtung Haupteingang des Gebäudes.

Links von dem Plattenweg befindet sich eine monotone, asphaltierte Fläche, die aufgrund ihres Alters bereits starke Rissbildungen zeigt. In den nächsten Jahren würden sich die Risse erweitern und zu Schlaglöchern weiter entwickeln, welche zu hohen, permanenten Reparaturkosten führen würden.

Irgendwann wurden hier mal Straßenlinien aufgemalt, welche jedoch bereits der Verwitterung zum Opfer gefallen sind.

Rechts vom Plattenweg befindet sich der Spielbereich im Pausenhof mit wenigen hölzernen Spielgeräten in einer Kieselfläche, welche als Fallschutz dient. Äußerlich sehen die Spielgeräte noch ganz passabel aus, doch ist dies tatsächlich so oder trügt der Schein? Ein Blick unter die Oberfläche wird noch für Erstaunen sorgen.

Dazu gibt es eine kleine Rasenfläche, welche mit einem Fußballtor bestückt ist und stark genutzt wird. Bei normaler Witterung ist das kein Problem, aber im Hochsommer ist der Boden knochentrocken und knüppelhart und birgt somit gewisse Verletzungsgefahren. Nach Regengüssen bildet sich hier eine Schlammlandschaft, von der das Putzpersonal ein Liedchen zu singen weiß.

Lediglich kleinere Pflasterbereiche waren in jüngeren Jahren entstanden und sehen noch intakt aus.

Sitzgelegenheiten sind noch zu wenige vorhanden.

Bewertung Ausgangszustand

Doch muss nun alles weg, oder können bestimmte Strukturen im Schulhof erhalten, bzw. wieder verwendet werden?

Um dies festzustellen, nehmen wir in der Grundschule eine genaue Untersuchung und Bewertung der Bestandssituation vor. Dazu stellen wir im Bestandsplan, welcher durch ein Vermessungsbüro angefertigt wurde, die Flächen in unterschiedlichen Farben dar in Abhängigkeit von ihrem Schadbild.

  • Grün dargestellt sind befestigte Flächen ohne Sanierungsbedarf.
  • Orange schraffiert sind Flächen, die zu 10 bis 20 % schadhaft sind und ausgebessert werden könnten.
  • Rot schraffiert sind Flächen mit einem Schadanteil von über 20 %. Hier ist eine komplette Neugestaltung wirtschaftlicher als eine flickenhafte Ausbesserung.

Der Plan zeigt, dass nur ca. 10 % der Flächen im Pausenhof keiner Überarbeitung bedürfen. Auch wenn die Anlage derzeit noch halbwegs zur Nutzung taugt, so wird sie schon auf absehbare Zeit durch permanente Nachbesserungen zum „Groschengrab“, wenn man jetzt nicht die geeigneten Maßnahmen unternimmt.

So entscheidet die Stadt das einzig richtige, nämlich einen weitestgehenden Abriss und eine komplett neue Schulhofgestaltung, zumal ein großer Teil der Flächen sowieso zwecks Kanalerneuerung aufgerissen werden muss.

Grundlagenermittlung für die Schule

Wie bei allen Planungsprojekten, bei denen Eingriffe in den Untergrund vorgenommen werden, sind auch hier zahlreiche Vorinformationen von extern einzuholen, zu beachten, bzw. abzuklären, wie zum Beispiel:

  • Abgrenzung des genauen Planungsgebietes
  • Einbindung und Abstimmung mit anderen Fachplanern
  • der Verlauf aller unterirdischer Leitungen und Bauwerke
  • die Abklärung der Kampfmittelfreiheit
  • die externe Erstellung eines Barrierefrei-Konzepts
  • die Kanalbefahrung zur Klärung des Zustands der Entwässerungsleitungen
  • die Berücksichtigung des Flucht- und Rettungswegeplans,
  • des Brandschutzgutachtens
  • der Aussagen des Bebauungsplans
  • die Abklärung von etwaigen Schutzrechten (Naturschutz, Landschaftsschutz, Denkmalschutz, Bodendenkmäler, Wasserschutzgebiet, etc.)
  • Auskunft Altlastenkataster
  • Abklärung städtischer Gestaltungssatzungen, wie Stellplatzsatzung, Entwässerungssatzung, Baumschutzsatzung
  • externe Geh-, Fahr-, und Leitungsrechte
  • Schadstoffbegutachtung des alten Asphalts auf seinen Teergehalt hin
  • Probebohrungen und Bodengutachten
  • Gefährdungsbeurteilung im Hinblick auf Starkregenereignisse
  • um nur einige von vielen mehr zu nennen.

Die Wünsche der Auftraggeber und Nutzerschaft der Grundschule (Schüler und Lehrer), Brainstorming

Die Stadt als Auftraggeberin nennt folgende Wünsche für die neue, moderne Schulhofgestaltung:

  • Erneuerung schadhafter Oberflächenbefestigungen
  • mehr Fußballtore
  • grünes Klassenzimmer
  • Fallschutzplatten statt Kies unter den Spielgeräten
  • mehr Sitzgelegenheiten
  • Seilbahn, Wippe, allgemein mehr Spielmöglichkeiten, Förderung der Bewegung
  • aufgemalte Straßenlinien
  • Hüpfkästchen
  • Fußballfeld

Doch was wünscht sich die Schülerschaft für die schöne Schulhofgestaltung?

Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte und so dürfen die Schüler ihre Wünsche im Unterricht zeichnerisch zu Papier bringen. Besonders hoch im Kurs steht dabei ein kombinierter Rutsch- und Kletterturm.

Wünschen kann man sich ja vieles, aber ob diese Wünsche auch in Erfüllung gehen?

Funktionsschema 

Zahlreiche Ideen sind also bereits genannt worden. Jetzt liegt es an uns als Planer, möglichst viele davon unter zu bringen und weitere Ideen für den Pausenhof zu entwickeln.

Bei der Bewegung von A nach B ist der Mensch eher faul. Er geht am liebsten die kürzeste Verbindung. Ist diese befestigt, umso besser. Ist sie es nicht, bilden sich Trampelpfade. Um die Bildung von Trampelpfaden zu vermeiden, fertigen wir zunächst einmal ein so genanntes Funktionsschema an. Darin sind die Eingänge zum Schulhof und zu den Gebäuden mit jeweils der kürzesten Verbindung zueinander mit blauen Linien dargestellt. Wo sich diese Linien kumulieren, also hier im mittleren Bereich des Schulhofs, sollte die Fläche eher befestigt werden. In Bereichen ohne blaue Linien, also hier in den Randbereichen der Grundschule, sind Aufenthalts- und Spielbereiche sinnvoll.

Vorentwurfsplanung

Allgemein werden für die Planung von Außenanlagen zunächst die wichtigsten Wünsche nach ihrer Flächenintensität geordnet:

Flächenintensive Wünsche sind:

  • Fußballfläche für den Sport im Freien
  • befestigte Flächen
  • Spielgerätebereich
  • Sandkasten
  • grüne Schulklasse

Weniger flächenintensiv sind:

  • Aufenthaltsbereiche / Sitzgruppen
  • Beete

Zunächst wird für die flächenintensiven Elemente der ideale Ort ermittelt. Dazu hilft das Funktionsschema. So sieht der Vorentwurf in den weniger begangenen Bereichen teilweise Entsiegelungen der Asphaltfläche vor, um eine größere Rasenfläche zum Fußballspielen zu ermöglichen. Dennoch bleibt in den stark frequentierten Bereichen genügend befestigte Fläche vorhanden. Diese stimmt im Wesentlichen auch mit der benötigten Feuerwehrzufahrt und Aufstellfläche überein, bzw. wird an diese angepasst.

Aufgrund optimaler Befahrbarkeit und geringen Erstellungskosten wird als Oberflächenbelag eine neue Asphaltierung vorgeschlagen. Lediglich Bereiche unter den Bäumen werden für die Bewässerung und Luftversorgung der Wurzeln als wassergebundene Decke, bzw. Rasen vorgesehen.

Aufgrund der nun angedachten komplett neuen Schulhofgestaltung ist die Lage der Spielgeräte völlig frei. Aus dem Funktionsschema ergibt sich jedoch, dass die ursprüngliche Lage immer noch ideal ist und eines der Geräte direkt an Ort und Stelle verbleiben kann. Also frei nach dem Motto: „never touch a running system“ lassen wir den Spielgerätebereich dort, wo er ist und am besten passt. Er braucht jedoch ein kräftiges „Makeover“.

Nun stehen die Positionen für die großflächigen Elemente fest und es können an passenden Stellen die weniger flächenintensiven Elemente dazu garniert werden.

Bänke und Sitzgelegenheiten als Aufenthaltsbereiche erhalten jeweils interessante Ausblicke.

Und so sieht die Vorentwurfsplanung aus.

Im hinteren Bereich des Schulhofs (auf dem Plan unten) ist eine Pflasterfläche vorhanden, welche an eine Rasenböschung grenzt. Hier bietet es sich an, den Höhenunterschied zu nutzen und mit U-Steinen abzufangen, welche mit einer Holzbeplankung versehen werden können. So kann eine grüne Schulklasse entstehen, ohne dass eine zusätzliche Pflasterung benötigt wird.

Der Vorentwurf stellt- wie allgemein üblich- eine Besprechungsgrundlage dar, die hausintern in der Stadtverwaltung diskutiert wird. Wünsche und Änderungsvorschläge können immer in die weitere Planung einfließen.

Wir präsentieren hier keine heile Werbewelt, sondern berichten von den Projekten so, wie sie tatsächlich waren. Bei diesem Projekt ist lange Zeit im Gespräch, ob die Fußballfläche auf Rasen erstellt wird, was preisgünstig in der Erstellung ist, jedoch bei feuchter Witterung mit einer erheblichen Verschmutzung der Schuhe und demnach auch des Gebäudes einher geht. Insofern ist der Wunsch nach einem Kunstrasenspielfeld groß, was jedoch deutlich teurer ist.

Von der grafischen Ausgestaltung her passen wir die Pläne an die Zielgruppen an. Die Auftraggeberin ist die Stadtverwaltung, also konkret das Bauamt, das mit Fachleuten besetzt ist. Diese verstehen auch grafisch einfachere Pläne, wie diesen. Wichtig sind die Ideen, die dahinter stecken und das Endergebnis des Schulhofs.

Bei Projekten, in denen eine breite Öffentlichkeit begeistert werden soll, können wir die Pläne auch grafisch deutlich ansprechender aufbereiten und moderne 3D-Renderings erstellen.

Kostenschätzung Pausenhof Grundschule

Kostenschätzungen und Kostenberechnungen sollen laut HOAI nach der DIN 276 vorgenommen werden. Darin bestehen die Kostenermittlungen nur aus wenigen Zeilen. Dies halten wir für wenig praxistauglich. Daher nehmen wir Kostenermittlungen im Zuge der Planung deutlich genauer vor und erstellen schon ein vereinfachtes Leistungsverzeichnis. Darin sind die konkreten Flächen (z.B. Fallschutzflächen, Pflasterungen, etc.) mit marktüblichen Preisen versehen. Diese Preise beinhalten dann alles, was zur Erstellung der Fläche notwendig ist, also Aushub, Schottertragschicht, Fallschutzbelag, bzw. Pflasterung, sowie anteilig etwaige Schneidearbeiten).

Wenn sich Änderungen an der Planung ergeben, kann man somit recht einfach erkennen, wie sich dies auf die Kosten auswirken wird. Umgekehrt wird sichtbar, welche Planungselemente die Kostentreiber sind und wo bei Bedarf der Rotstift angesetzt werden kann.

Die Kostenschätzung zum Vorentwurf für den Pausenhof beläuft sich auf rund 484.000 Euro inkl. MWSt.

Alle Kostenangaben beziehen sich auf die Schulhofgestaltung ohne Kanalarbeiten.

Kostenschätzung Außenanlagen Grundschule  25 KB

Entwurf für die schöne Schulhofgestaltung

Die Fallschutzbereiche der Geräte müssen beachtet werden, woraus sich feste Mindestabstände ergeben. Bei statischen Geräten dürfen sich diese etwas überlappen, nicht jedoch bei Geräten, bei denen die Kinder in Bewegung kommen, wie zum Beispiel Rutschen und Schaukeln.

Das vorhandene Holz-Kletterspielgerät und das Reifenspiel sollen erhalten werden.

Zusammen mit den neuen Spielgeräten reicht der Platz an der Turnhalle dafür jedoch nicht aus.

Also halten wir Ausschau nach einer zweiten Möglichkeit für eine Spielfläche und finden diese im oberen Bereich des Plans.

Zwischenzeitlich ist bauseits auch die Entscheidung für das Kunstrasenspielfeld gefallen, welches daneben angeordnet werden kann.

Möglich ist dies alles, jedoch gestalterisch etwas unbefriedigend, da eine eher unaufgeräumte Anordnung der Elemente entsteht.

Die grüne Schulklasse soll auf Wunsch der Auftraggeber ausgelagert werden in den Bereich unten rechts im Plan, wo ebenfalls eine Böschung für die höhengestaffelte Sitzanordnung zur Verfügung steht. Zusätzlich spenden dort hohe Bäume Schatten für den Unterricht im Freien. Es wird jedoch eine neue Pflasterung für den Bereich mit Lehrerpult und für den Weg dort hin erforderlich.

Als Spielgeräte hatten sich die Kinder unter anderem ein Trampolin gewünscht. Erfahrungsgemäß kann dieses jedoch trotz ordnungsgemäßer Installation bei starker Frequentierung zu mehr Verletzungen führen. So schlägt die Stadtverwaltung an Stelle dessen die Installation einer Seilbahn vor. Eine tolle Idee, wie wir finden. Eine solche Anlage ist aber 30 m lang. Wo findet sich dafür Platz?

Ganz im hinteren Schulhofbereich, also auf dem Plan unten hinter der Turnhalle ist eine ungenutzte Rasenfläche zu finden, die dafür erschlossen werden kann. Sie ist recht schmal bemessen und es ist ein wenig knifflig, die Seilbahn samt ihren Fallschutzbereichen dort zu integrieren, da das Gelände zum Grenzzaun hin ansteigt und der Fallschutzbereich im Querschnitt betrachtet ebenflächig sein muss. Mit einer Hangabstützung aus Palisaden wird dies jedoch möglich.

Zusätzlich wünscht die Stadt einige schmalere, asphaltierte Wege, damit die Kinder mit dem Kettcar Runden im modernen Schulhof fahren können.

Kostenberechnung Schulhofgestaltung

Alle genannten Änderungswünsche kosten zusätzliches Geld, worauf wir direkt hinweisen. Unsere Aufgabe als Planer ist es, sorgfältig mit dem Budget der Auftraggeber zu haushalten und Einsparpotenziale aufzuzeigen.

In der Kostenberechnung ist ersichtlich, dass sich die zu erwartenden Kosten aufgrund zusätzlicher Wünsche auf rund 623.500 Euro brutto erhöht haben. Darin ist sicherheitshalber noch eine große Position für die Entsorgung von teerhaltigem Asphalt in Höhe von gut 37.000 Euro brutto enthalten. Diesen Posten lassen wir sicherheitshalber so lange in der Kostenermittlung stehen, bis die Analyseergebnisse vorliegen. Uns ist es lieber, wenn die tatsächliche Umsetzung nachher günstiger wird als zuvor kalkuliert. Nachträglichen, unvorhergesehenen Kostenexplosionen à la BER, Stuttgart 21 oder Elbphilharmonie beugen wir durch frühzeitige und fortwährende Kostenaktualisierungen erfolgreich vor.

Kostenberechnung2 Schulhof 31 KB

Die Entwurfsplanung und Kostenberechnung werden erneut im Rat besprochen. Man entscheidet sich für die Errichtung des Kleinspielfelds mit Kunstrasen und verzichtet dafür auf die grüne Schulklasse, sowie auf eine Neugestaltung des Eingangsbereiches zwischen der Straße und dem Schulhof, weil sich zwischenzeitlich heraus gestellt hat, dass die Turnhalle so baufällig ist, dass sie mittelfristig abgerissen wird und der Eingangsbereich besser später im Zusammenhang mit einem Turnhallen-Neubau gestaltet wird.

Die chemischen Untersuchungen der Proben ergeben schließlich, dass der Asphalt vom Teergehalt her unbedenklich ist. Die Rammkernsondierungen zeigten jedoch auf, dass die Tragschicht darunter unterschiedlich stark und teilweise zu dünn ist, so dass wir uns für einen Komplett-Austausch entscheiden.

Tragschichten für Befestigungen in der Grundschule

Die Dicke der Tragschicht ergibt sich aus den Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen (RSTO 12).

Hierbei spielen folgende Faktoren eine Rolle:

  1. Die geplante Belastungsklasse: Der Schulhof wird nur fußläufig genutzt und gelegentlich von Lieferfahrzeugen angefahren und nur im Notfall von der Feuerwehr. Insofern kann hier die Belastungsklasse 0,3 bis 1,0 (vergleichbar mit einem Wohnweg) angesetzt werden.
  2. Die Frosteinwirkungszone: Klimatisch liegt das Projekt in der Frosteinwirkungszone 1.
  3. Die Frostempfindlichkeitsklasse der anstehenden Böden ist laut Bodengutachten F3.

Darauf aufbauend haben wir uns mit den Auftraggebern auf eine Gesamtaufbaustärke von 60 cm für die großen, befahrbaren Flächen geeinigt, womit man ganz auf der sicheren Seite ist. Zur Veranschaulichung reicht eine einfache Handskizze.

Regelaufbau Asphalt 167 KB

Abrissplan

Zuerst ist der Rückbau der nicht mehr brauchbaren Strukturen in der Grundschule an der Reihe. Hierfür gibt es einen separaten Abrissplan, auf dem auch der Verlauf vorhandener, zu schonender unterirdischer Leitungen und der neuen Kanalleitungen nachrichtlich übernommen ist.

Allgemeines zur Ausführungsplanung

Bei einem Pausenhof dieser Größenordnung sind in der CAD-Ausführungsplanung zahlreiche Plandetails auf insgesamt über 200 Layern vorhanden von nachrichtlich übernommenen unterirdischen Leitungen über Bestands- und Planungshöhen bis hin zu allen Ausstattungsdetails, Geokoordinaten und Maßen. Wenn man alle Layer gleichzeitig sichtbar lässt, kann man kaum noch etwas erkennen.

Um die Pläne für die Schulhofgestaltung möglichst übersichtlich und baustellentauglich zu halten, werden sie in verschiedene Teilpläne aufgegliedert, die im Zuge des Baustellenfortschritts nacheinander verwendet werden. Sie enthalten nur die für den jeweiligen Bauabschnitt relevanten Informationen. Unterschiedliche Planinhalte (z.B. Bestandshöhen, geplante Höhen, Maße, Beschriftungen, etc.) werden in unterschiedlichen Farben gehalten.

Für den schnellen Überblick sind die unterschiedlichen Flächen und Randeinfassungen farblich unterschiedlich hervor gehoben:

Der eigentliche Ausführungsplan geht genauestens auf alle Ausführungsdetails ein, soweit sie nicht bereits durch die Aufbauanleitungen und Fundamentpläne der Hersteller der Spielgeräte vorgegeben sind. Die Bemaßung im Plan kann wahlweise mit Maßketten im Bezug zu den vorhandenen Gebäuden erfolgen oder als Geokoordinaten-Bemaßung. Letzteres ist hier gewünscht.

Spielgeräte für die Grundschule

Zum Zwecke der Kosteneinsparung wird eine große Netzkletteranlage gestrichen, so dass die zweite Spielgerätefläche neben dem Fußballfeld entfallen kann. Dadurch wirkt das Gesamtbild deutlich schöner, moderner und aufgeräumter.

Im Digitalzeitalter ist es dennoch besonders wichtig, den Kindern Bewegungsmöglichkeiten zu bieten, die Spaß machen.

Standardspielgeräte wie Wippe, Schaukel, Federwippen und das vorhandene Reck und Holzspielgerät sind für überschaubares Geld zu installieren, bzw. zu erhalten und werden von den Kindern immer gut angenommen. Dazu gesellen sich nun eine große Rutsche im Sandkasten, eine Slackline, ein schwebendes Wabennest, eine Seilbahn und ein großer Multifunktions-Kletterturm, der die Wünsche auf den Kinderzeichnungen erfüllt.

Fallschutzbelag

Die Spielgeräte weisen unterschiedliche Fallhöhen auf. Somit wird auch der Fallschutzbelag an verschiedenen Stellen unterschiedlich dick ausgeführt. Die Materialstärke orientiert sich am Prüfbericht des Instituts für Sportstättenprüfung für den Deckbelag und ist in der Zeichnung in unterschiedlichen Farben hinterlegt.

Bevor die Beläge eingeplant und ausgeschrieben werden können, muss der Hersteller folgende Nachweise vorlegen:

  • Eignung für die vorliegende Fallhöhe
  • Umweltverträglichkeit
  • Rutschhemmung
  • ergänzende Prüfungen zur Migration gem. DIN EN71-Teil 3
  • Bestimmung des Abriebwiderstandes gem. DIN EN

Materialprüfung

Auch für sämtliche Schüttgüter werden Nachweise der Materialeignung und Schadstofffreiheit angefordert und gegengecheckt, ebenso Prüfnachweise von unabhängigen Prüfinstituten für die Sicherheit und Unbedenklichkeit der Spielgeräte.

Kleinspielfeld, Fußballfeld mit Kunstrasen

Zum Einsatz kommt hier ein Original-DFB-Minispielfeld der Firma Soccerground mit einem Kunstrasensystem nach DIN 18035-7. Es ist ein wichtiges Element im Schulhof für den Sport im Freien, das den Spaß an der Bewegung fördert. Wenn die Kinder körperlich ausgetobt sind, können sie sich anschließend meist besser auf den Unterricht konzentrieren.

Nähere Angaben finden Sie im Leistungsverzeichnis.

Straßenlinierungen, Verkehrslehrpfad und Hüpfkästchen für die Kinder

Große Asphaltflächen können bei einer Schulhofgestaltung monoton wirken. Doch wir wollen sie abwechslungsreicher und schön gestalten. Die Idee ist, den Kindern die Möglichkeit zu bieten, spielend Straßenverkehrsregeln zu lernen. Wie das geht? Indem wir Straßenlinien und Verkehrszeichen mit dauerhaft witterungsbeständiger Thermoplastik auf den Asphalt aufbringen. So entsteht auf dem Schulhof ein kleiner Verkehrsübungspark, welcher mit überschaubarem finanziellen Aufwand möglich wird. Wir planen die wichtigsten Verkehrssituationen und Vorfahrtsregeln detailliert durch, wie zum Beispiel Abbiegespuren, Vorfahrtstraßen, Zebrastreifen, Stopschilder und einen Kreisverkehr. Damit alles auf den Schulhof passt und dem körperlichen Maßstab von Grundschülern mit ihren kleinen Fahrrädchen gerecht wird, wurde dazu ein Maßstab von etwa 1:2 gewählt. Fahrbahnen sind hier beispielsweise 1,50 m breit und Verkehrsschilder haben einen Durchmesser von 60 cm. Diese gibt es fertig zu kaufen. Da die Aufbringung der Fahrbahnmarkierungen im Baustellenablauf so ziemlich als letztes erfolgt und durch einen Subunternehmer ausgeführt wird, gibt es dazu einen separaten Plan. Auch die Bodenspiele wie Hüpfkästchen sind hier eingezeichnet, da sie im selben Arbeitsgang aufgebracht werden.

Taktile Rillenplatten für sehbehinderte Kinder und Erwachsene

Moderne Schulhofgestaltung beinhaltet auch die Rücksichtnahme auf behinderte Schüler.

Aufbauend auf das bereits im Vorfeld bauseits entstandene Barrierefrei-Konzept werden als Hilfestellung für sehbehinderte Menschen taktile Leitplatten und Aufmerksamkeitsfelder in die Schulhofgestaltung integriert. Sie weisen den barrierefreien Weg in Richtung Haupteingang des Gebäudes.

Am dauerhaftesten sind Betonsteine mit werksseitig eingepressten Rillen, bzw. Noppen. Prinzipiell können diese auf 2 verschiedene Weisen in die Asphaltfläche integriert werden.

  1. man pflastert die Leitplatten zuerst und asphaltiert anschließend drumrum.
  2. man asphaltiert zunächst durch und schneidet dann den Bereich für die Leitplatten nachträglich wieder aus dem Asphalt.

Beides hat ein ähnliches Ergebnis. Wir lassen die Auswahl der Methodik daher für den Unternehmer frei.

Sitzgelegenheiten in der Schulhofgestaltung

Vorhandene Bänke, die noch intakt sind, können an anderer Stelle wieder verwendet werden. Zusätzlich werden neue Sitzgelegenheiten für die Kinder angeschafft, welche aus massivem Recyclingkunststoff bestehen und somit nachhaltig witterungsresistent sind.

Kostenaktualisierungen

Auch während der weiteren Planung werden Änderungswünsche und sich neu ergebende Erforderlichkeiten auf Wunsch in die Kostenermittlung eingepflegt. Während der Ausführungsplanung liegt der aktuelle Kostenstand nach weiteren Streichungen bei brutto 503.300 Euro.

Ausschreibung, Leistungsverzeichnis für die Schulhofgestaltung

Die Ausführungsplanung ist fertig und mit den Auftraggebern abgestimmt.

Für sämtliche in der Grundschule zu erledigenden Arbeiten suchen wir nun eine kompetente Ausführungsfirma, die über Erfahrung in den meisten Gewerken verfügt. Nicht selbst ausgeführte Arbeiten können über Subunternehmer, welche vorher zu benennen sind, ausgeführt werden.

Die Betonung liegt hier auf EINE Firma. Einen Ansprechpartner für alles zu haben, hat den Charme, dass es keinerlei Schnittstellen und somit potenzielle Problempunkte zu anderen Unternehmern gibt.

Zu dem Zwecke haben wir in Abstimmung mit dem Kanalplaner ein Leistungsverzeichnis erstellt, welches die Stadt entsprechend zusammen mit dem Kanalbau-LV veröffentlichte.

Bei der Erstellung von Leistungsverzeichnissen für die Schulhofgestaltung und andere Projekte legen wir großen Wert darauf, dass die Abrechnungen nachher nachvollziehbar werden. Dazu gehört eine möglichst genaue Mengenermittlung, so dass die tatsächlich anfallenden Mengen später nicht oder nur marginal von den Angebotsmengen abweichen. Es soll möglichst keine Möglichkeiten geben, zunächst günstig anzubieten, um später mit umfangreichen Nachträgen mehr Geld zu scheffeln.

Nach Fertigstellung des Leistungsverzeichnisses fügen wir marktübliche Schätzpreise in die Positionen ein und kommen auf brutto 471.657 Euro. Doch wo liegen die tatsächlich abgerechneten Kosten? Dazu später mehr…

Leistungsverzeichnis Außenanlagen Grundschule 344 KB

Das LV stellen wir als pdf und in verschiedenen, modernen GAEB-Formaten zur Verfügung.

Bis zum Submissionstermin gehen 2 Angebote ein.

Das eine liegt bei 486.360 Euro, das andere bei 560.102 Euro. Die Differenz zwischen beiden Angeboten ist hier als eher gering bis mittel einzustufen. Viel häufiger sind bei Arbeiten im Garten- und Landschaftsbau deutlich höhere Angebotsspannen zu finden.

Wir prüfen die Angebote auf die Marktüblichkeit der Preise, die Auskömmlichkeit und Seriosität. Offensichtlich zu günstig und unauskömmlich kalkulierte Positionen deuten darauf hin, dass die Absicht besteht, mit Nachträgen später mehr Geld zu verdienen.

Solche Faktoren berücksichtigen wir, wenn es darum geht, eine Empfehlung auszusprechen, welche Firma den Zuschlag erhalten soll.

Im Preisspiegel sind die angebotenen Preise zu sehen.

Preisspiegel Grundschule 84 KB

Vergabevorschlag für die Schulhofgestaltung

Die rechnerische Prüfung der Angebote ergibt keine Rechenfehler in den Angeboten. Dies ist hoch löblich, denn im Landschaftsbau erleben wir diesen erfreulichen Umstand leider nur selten. Trotz entsprechender Ausschreibungssoftware ist es bei der Erstellung eines Angebots schnell passiert, dass Alternativ- oder Eventualpositionen versehentlich mit aufaddiert werden, oder umgekehrt Standardpositionen versehentlich auf EP eingestellt werden.

Die eingegangenen Angebote deuten auf eine sorgfältige Bearbeitung hin.

Die wirtschaftliche Prüfung der Angebote ergibt eine weitgehende Übereinstimmung mit dem bepreisten Leistungsverzeichnis. Abweichungen davon nach oben und unten innerhalb eines Angebots gleichen sich gegenseitig aus, so dass beide Angebote unserer Einschätzung nach auskömmlich kalkuliert sind.

Firma 1 liegt 3,1 % über dem vom Planer bepreisten LV.

Firma 2 liegt 18,8 % über dem vom Planer bepreisten LV.

Firma 2 ist damit 15,2 %, bzw. 73.742,17 Euro inkl. MWSt. teurer als Firma 1.

Beim günstigeren Bieter 1 schlagen wir vor, dass für seine entsprechenden Subunternehmer (GaLa-Bau) ein Eignungs-Nachweis erbracht werden muss.

Allgemein sollte immer ein deutschsprachiger Vorarbeiter, bzw. Projektleiter auf der Baustelle sein, der die Subunternehmer koordiniert und einen Überblick über das Gesamtprojekt hat. Auch dies sollte im Vorfeld geklärt und vertraglich vereinbart werden.

Abschließende Wertung: Nach rechnerischer, technischer und wirtschaftlicher Prüfung empfehlen wir aus preislichen Gründen eine Vergabe an Firma 1. Die Stadt folgt unserem Vorschlag und so steht dem Beginn der Arbeiten nach einer gewissen Vorlaufzeit des Unternehmers nichts mehr im Wege. Die Arbeiten werden zeitlich so koordiniert, dass der größte Arbeitsanteil in den Sommerferien vorgenommen werden kann.

Bauphase, Bauleitung

02.07.2020

Im Frühsommer kommt Bewegung in das Projekt. Es starten die Arbeiten zur Kanalsanierung im Pausenhof. Trotz sorgfältiger Grundlagenermittlung und Durchsicht von Plänen zu unterirdischen Leitungen und Bauwerken ist man bei einer Schulhofgestaltung im Bestand nie sicher vor unvorhersehbaren Begebenheiten. So taucht unter der Asphaltfläche plötzlich ein alter Öltank auf, der in keinem Bestandsplan verzeichnet ist. Um ein späteres Kollabieren des Tanks zu vermeiden und Platz für den neuen Verlauf der Kanalleitungen zu schaffen, wird dieser kurzerhand ausgebaut und der Hohlraum lagenweise verfüllt und standfest verdichtet. Die Schüler befinden sich während eines Großteils der Arbeiten in den Ferien. Während der restlichen Zeit werden die Bauarbeiten räumlich so erledigt, dass nur Teilbereiche ausgezäunt werden müssen. Während der ganzen Zeit muss die Feuerwehrzufahrt selbstverständlich frei bleiben. Hier sind die Bauzäune mit Toren versehen.

06.07.20

Die schöne Linde in der Asphaltfläche benötigt einen neuen Platz in der Grundschule, da hier das Kunstrasenfeld vorgesehen ist. Leider kann der Bauzeitpunkt für das Gesamtprojekt nicht verschoben werden, so dass nun die Umpflanzaktion im Hochsommer stattfinden muss. Schweres Gerät dazu ist vorhanden und so geht die Arbeit zügig von der Hand. Aufgrund starker Verdunstungsverluste ist im Sommer die Wahrscheinlichkeit deutlich größer, dass die Pflanze nicht anwächst. Zur Reduzierung der Verdunstung hat die Firma die Krone stark beschnitten. Das ist prinzipiell richtig, doch hätte der Rückschnitt fachgerechter vorgenommen werden können. Sei es drum. Das kann durch späteren Nachschnitt in den Folgejahren ausgeglichen werden. Vom Bagger abgetrennte Wurzeln werden mit einer Astschere sauber nachgeschnitten, um Fäulnisprozessen vorzubeugen.

Die Linde kommt an ihren neuen Platz, wird sehr kräftig angegossen und im weiteren Verlauf des Sommers ebenfalls regelmäßig gewässert. Aber wird sie auch anwachsen? Das erfahren wir später.

15.07.20

Beim Aushub der Tragschichten kommt zum Vorschein, dass die Fundamente für das vorhandene Holzspielgerät eher Marke Eigenbau sind und nur aus Bauzaunfüßen bestehen. Zudem sind die Holzstützen zu tief eingebaut. Der permanente Kontakt zum Fallschutzkies und anschließenden Erdreich hat zu Statik gefährdenden Fäulnisprozessen geführt. Eine Erneuerung der Fundamente und teilweise auch der Stützen ist somit erforderlich.

Im Bereich der geplanten Vegetationsfläche links vom Haupteingang kommt zum Vorschein, dass das Kellergeschoss einen knappen Meter weiter in den Schulhof ragt als die sichtbare Fassade. Dies war in keinem Plan verzeichnet. Hier heißt es: vorsichtig weiter baggern, den alten Asphalt entfernen und dabei so wenig Schaden wie möglich am Gebäude anrichten. Eine sorgfältige Neuabdichtung erfolgt später.

Positiver Nebeneffekt einer solchen Schulhofgestaltung ist, dass auch Baumängel zum Vorschein kommen, die sonst unerkannt und unsaniert geblieben wären. Das Gebäude verfügt so zum Beispiel über einen Blitzableiter, welcher die Spannung in einen Ringerder leitet, der unterirdisch vergraben ist. Solche Ringerder werden heutzutage aus Edelstahl angefertigt. Dieser Ringerder bestand wohl nur aus Stahl und so hat der Rost ihn in kaum noch leitfähige Einzelteile zerlegt. Hier bietet sich eine gute Gelegenheit, ihn zu erneuern und man spart auch noch den Grabenaushub dafür.

Die Aushubarbeiten bringen ebenfalls zum Vorschein, dass die Tragschicht der bestehenden Befestigungen unterschiedlich dick und großteils zu dünn bemessen ist. Teilweise liegen Pflastersteine nur auf einem Sandbett und die Schottertragschicht fehlt gänzlich. Dies konnte durch 4 zuvor durchgeführte Kernbohrungen und Bodensondierungen nur zum Teil vorher gesehen werden. Insofern bestätigt sich hier die Entscheidung, die Tragschichten komplett zu erneuern.

21.7.20

Das Kellergeschoss ist in den freigelegten Bereichen neu abgedichtet. Feuchtigkeitsschäden sind im Gebäude nicht erkennbar, also verzichtet man auf eine tiefer reichende Abdichtung Der Bodenbereich unter der Seilbahn ist für den Sandfallschutz ausgehoben und die Kollegen vom Bauhof haben unter der Bauaufsicht der Stadt die verfaulten Enden der Spielgerätstützen abgesägt. Am kernigen Holz haben sie neue und längere, verzinkte Bodenanker befestigt und bauen Schalungen für neue, stabile Betonfundamente. Damit kann das Spielgerät noch lange genutzt werden.

31.07.20

Aufgrund der Tatsache, dass hier eine große Fachfirma tätig ist, schreiten die Arbeiten zur Schulhofgestaltung zügig voran. Entlang der Seilbahn werden außerhalb des Fallschutzbereichs Palisaden gesetzt, um den Höhenunterschied zum Nachbargrundstück abzufangen. Für die Kettcarwege und andere Asphaltflächen werden die Randeinfassungen aus Rinnenpflaster in Beton gesetzt.

04.08.20

Die Asphaltfertiger sind angerückt und erstellen die Asphalttragschicht in den großen Flächen des Pausenhofs. Kleinflächen und Kettcarwege für die Kinder werden von Hand mit dem Material befüllt und sofort maschinell verdichtet.

Ganz kleine Teilflächen wie zum Beispiel vor den Eingangsbereichen, auch zwischen den Fußrosten und der Randeinfassung werden mit Gussasphalt befüllt. Aufgrund eines darunter liegenden, zuvor unbekannten Medienkanals aus Beton, der recht hoch ansteht, ist dies die beste Materialwahl.

Im Bereich der Spielgeräte mit dem Fallschutzbelag sind die Schotterflächen feinplaniert. Die Schnurnagelreihen kennzeichnen die Grenze zwischen unterschiedlichen Auftragshöhen der Tragschicht zur Erstellung unterschiedlicher Schichtstärken des Gummigranulats.

Die vorhandene, rechteckige Pflasterfläche wird in Teilen angehoben, um alte Senken mit Pfützenbildung auszugleichen.

Auch die unterste Tragschicht des DFB-Minispielfeldes wird eingebracht, mit dem Bagger verteilt und sofort standfest verdichtet.

13.08.21

Die Fundamentlöcher für die Spielgeräte werden mit GPS-Koordinaten genau eingemessen und ausgehoben. Anschließend werden die Spielgeräte genau platziert.

18.08.21

Wichtig ist, die Bauleitung vorausschauend vorzunehmen und mit der Firma zu besprechen, welche Arbeiten als nächstes anstehen. Dazu werden potenzielle Fehlerquellen im Vorhinein eruiert und mit dem Ausführungsbetrieb abgestimmt. Dies bezieht sich insbesondere auf alles, was später überbaut wird und bei der Abnahme nicht mehr sichtbar ist und insbesondere auf Arbeiten, bei denen die Firma Geld sparen könnte, wenn sie weniger hochpreisiges Material einbauen würde als ausgeschrieben. Dies trifft zum Beispiel auf den Fallschutzbelag zu. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Also kontrollieren wir mit dem Nivelliergerät die Höhen des eingebauten Schotters an zahlreichen Stellen, um festzustellen, ob die geforderte Belagsdicke bis zur geplanten Höhe eingebaut werden kann. Von den geplanten Höhen darf nicht abgewichen werden, da die Spielgeräte werksseitige Markierungen haben, die die Höhe der Fallschutzoberfläche festlegen.

Die Überprüfung ergibt, dass alle Höhen stimmen.

26.08.20

Die Ränder der Asphaltflächen sind sauber nachgearbeitet und der Fallschutzbelag im Spielgerätebereich eingebracht. In den vergangenen Tagen war es recht windig und Sand aus dem Sandkasten wurde über die Fallschutzschicht geweht. Wir schlagen daher vor, zwischen dem Sandkasten und der Spielgerätefläche eine hölzerne Trennvorrichtung zu installieren, die den Sand im Sandkasten hält und gleichzeitig als Sitzfläche am Sandkastenrand genutzt werden kann. Leider wird dieser Vorschlag von der Stadt nicht übernommen.

Die Wippgeräte mit geringen Fallhöhen stehen in einer zukünftigen Rasenfläche der Grundschule. Im Eingangsbereich neben der Turnhalle ist der Übergang von der alten zur neuen Pflasterung fertig gestellt. Auf dem Kleinspielfeld wird eine feinere Schotterschicht aufgetragen und es findet eine sehr genaue Feinplanie statt, da hier eine nur 35 mm dünne Elastikschicht aufgetragen wird.

04.09.20

Die Elastikschicht für das Kleinspielfeld wird eingebaut und mit der Walze verdichtet.

Im Bereich der Seilbahn findet der Sandeinbau auf einem Geovlies statt, um Vermischungen mit dem umliegenden Erdreich zu minimieren.

Die Spielgeräte stehen und brauchen nur noch vom Spielplatzprüfer abgenommen zu werden. Die Schüler freuen sich schon darauf. Deshalb ist der Spielbereich noch mit einem Bauzaun abgesperrt.

Zu sehen ist, dass beispielsweise die Nestschaukel noch zu tief hängt. Der Nestrand muss ca. 40 cm über dem Boden stehen, um Quetschungen darunter liegender Personen zu vermeiden.

Restliche Asphaltierungen in Kleinflächen werden von Hand eingebaut und verdichtet.

An Übergangsstellen von einer bereits erkalteten Asphaltschicht zu einer neuen Heißschicht werden gemäß LV immer saubere Schnitte ausgeführt und Bitumenbänder angebracht, um einen optimalen und witterungsbeständigen Verbund beider Schichten zu gewährleisten. Regenwasser kann so nicht in die Verbindungsnaht eindringen.

16.10.20

Die Schulhofgestaltung ist fast fertig und der Schulhof wird bereits seit Wochen intensiv von den Kindern für Spiel und Sport genutzt. Nun geht es an die Erledigung der nur noch wenigen verbliebenen Restarbeiten.

Zur Einbringung der taktilen Leitplatten wird ein Streifen passgenau aus dem Asphalt ausgeschnitten.

21.10.20

Die Leitplatten sind passgenau eingebracht und verbliebene Schlitze wurden unkrautsicher vergosssen. Zwischenzeitlich wurde auch das schwebende Wabennest angehoben, so dass es zum Spielbetrieb freigegeben werden konnte.

06.11.20

Nutzbar ist der neue, schöne Schulhof schon längst, aber es fehlt noch ein Highlight: Die Fahrbahnmarkierungen für den Verkehrsübungspark. Dazu werden die Linien, Hüpfspiele und Verkehrsschilder zunächst gemäß der Planung mit Hilfe von Schlagschnüren auf den Asphalt übertragen. Dazu wird ein Subunternehmer des Auftragnehmers tätig, der auf Markierungsarbeiten spezialisiert ist. Die zu beklebenden Flächen müssen staubfrei und trocken sein. Dazu werden sie zunächst gründlich gereinigt, mit einem Gasbrenner vorgewärmt, mit einem speziellen Primer vorbehandelt und dann werden die Markierungen an die vorbestimmten Orte ausgelegt und mit dem Gasbrenner so weit erhitzt, dass sie anschmelzen und einen dauerhaft festen und witterungsbeständigen Verbund mit der Asphaltschicht bilden.

Unternehmerrechnungen

Bei der Bauleitung ist es wichtig, den reibungslosen Baustellenablauf zu gewährleisten, und die eingehenden Unternehmerrechnungen genau zu kontrollieren. Die hier tätige Firma Bauunternehmung hat die Rechnungen sehr ausführlich und sehr gut nachvollziehbar erstellt. Dazu wurden folgende Unterlagen mit den Rechnungen unaufgefordert eingereicht:

  1. mit tatsächlich angefallenen Mengen versehenen und bepreiste Leitungsverzeichnispositionen
  2. eine sehr gut nachvollziehbare Mengenermittlung nach RFB-VB 23.003
  3. Abrechnungs-Pläne, in denen die abgerechneten Positionen lokalisiert sind
  4. genaue Aufmaßblätter
  5. Stundenzettel für erstaunlich wenige Rapportarbeiten
  6. Lieferscheine
  7. Dekra-Bescheinigungen über die erfolgreiche Spielgeräteabnahme

Die Schlussrechnung zur Schulhofgestaltung ist ca. 100 Seiten stark. Eine solch vorbildliche und nachvollziehbare Rechnungsstellung erleben wir leider zu selten und möchten sie hier lobend hervor heben.

Die sehr gute Nachvollziehbarkeit erleichtert die Rechnungsprüfung. Wir prüfen jede einzelne Position in Preis, Nachvollziehbarkeit und Plausibilität der Menge und rechnerischer Richtigkeit, merken Fragen und etwaige Unstimmigkeiten handschriftlich an, stimmen sie mit dem Auftraggeber auf Wunsch zuvor ab und übersenden sie zwecks Korrektur zum Unternehmer, bzw. sprechen sie mit ihm durch. Als Sachwalter des Auftraggebers sind wir gehalten, dafür zu sorgen, dass zu keinem Zeitpunkt eine Überzahlung des Unternehmers erfolgt.

Lediglich kleinere Unstimmigkeiten sind in der Schluss-Rechnung zu finden. Sie sind bei diesem Projekt auf Versehen zurück zu führen und werden kurzerhand behoben.

Schlussrechnung Schulhofgestaltung, Preise, Kosten pro qm 

Die Schlussrechnung beläuft sich auf 480.928,40 Euro inkl. MWSt.

Verteilt auf 3.663 qm ergibt das Baukosten von 131,29 Euro pro qm. Diese Quadratmeterpreise sind immer gute Anhaltspunkte für frühzeitige Kostenangaben zu neuen, vergleichbaren Projekten.

Genauigkeit der Kostenermittlungen

Die Schlussrechnung liegt damit

  • 2 % über dem bepreisten LV
  • 4,5 % unter der letzten Kostenaktualisierung im Ausführungsplan.
  • 0,7 % unter der Kostenschätzung in der Vorentwurfsphase.

In der DIN 276 sind deutlich höhere Abweichungen von den tatsächlichen Kosten zulässig. Natürlich ist die hier vorliegende Abweichung von sensationellen nur 0,7 % zwischen den tatsächlichen Kosten und der Kostenschätzung teilweise auch dem Zufall geschuldet. Die anderen ebenfalls nur geringen Abweichungen von 2,0 % und 4,5 % belegen jedoch, dass wir erfolgreich Wert darauf legen, möglichst frühzeitig sehr realistische Kostenangaben für unsere Auftraggeber vorzunehmen. Dies gelingt durch unsere von der DIN 276 abweichende, genauere Kostenermittlung und unsere jahrzehntelange Planungs- und Bauerfahrung, bei der wir zahlreiche Preise inzwischen auswendig kennen und die anderen im PC abgespeichert haben.

Bauabnahme Schulhof

Bei einer Bauaufgabe dieser Größenordnung ist es für alle Projektbeteiligten nahezu unmöglich, im ersten Anlauf alles vollkommen fehlerfrei fertig zu stellen. Dafür ist die Aufgabenstellung zu komplex. Im Rahmen der gegenseitig ergänzenden Zusammenarbeit von Auftraggeber, Planer und Ausführungsbetrieb wird das bestmögliche Ergebnis erzielt.

Bei der Bauabnahme kann eine sehr gute Ausführung des Pausenhofs für die Schüler festgestellt werden. Auch die Baustellenabwicklung lief einwandfrei. Auch der Spielplatzprüfer entdeckt nur kleinere Mängel.

Die sehr übersichtliche Liste von kleineren Restmängeln ist innerhalb von wenigen Tagen nachgebessert.

1 Die fertige Schulhofgestaltung im Eingangsbereich der Grundschule

Kurze Zeit später ist die moderne Schulhofgestaltung weitestgehend fertig gestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit wird die Anlage der Rasenflächen auf die folgende Vegetationsperiode verschoben. Also fahren wir im darauf folgenden Jahr nochmal hin und sehen uns die Anlage im fertigen Zustand an. Einige Aufnahmen sind im Dezember 20 besser gelungen, andere 11 Monate später. Zur Dokumentation der fertigen Anlage sehen Sie hier also Bilder vom 03.12.20 und 29.10.21 gemischt.

Zunächst einmal ist zu sehen, dass der Zaun zum Eingangsbereich erneuert wurde. Das Tor befindet sich jetzt genau am Ende des Zugangswegs und führt geleitet von Rillenplatten für Sehbehinderte direkt geradeaus auf den Schulhof und Haupteingang des Hauptgebäudes zu. Vorbei ist es mit seitlichen Umwegen.

Der Blick öffnet sich direkt auf die weitläufige Spiel- und Verkehrsübungslandschaft im Grünen.

2 Der fertige Schulhof: sonstiges, Details

Bevor wir zu den Highlights kommen, werfen wir einen Blick auf einige schöne Ideen und Details der Schulhofgestaltung.

Dem Wunsch der Nutzer entsprechend wurden zahlreiche Sitzgelegenheiten mit Kommunikationsmöglichkeit zueinander und mit interessanten Ausblicken, zum Beispiel auf den Spielbereich installiert. So wurde eine komplette Sitzgruppe mit Tisch an dem kleinen Nebengebäude ergänzt. Statt einer haben wir nun zwei Sitzgruppen auf der Terrasse und eine komplette Schulklasse findet hier Platz.

Die wassergebundenen Decken im Wurzelbereich der Bäume sind fertig und das Tor für die Feuerwehrzufahrt ist mit einem deutlich sichtbaren Hinweis versehen: „Feuerwehrzufahrt freihalten“.

Vor den Eingangsbereichen zum Gebäude befinden sich nun, wo es bautechnisch möglich war, mehrere hintereinander angeordnete Fußabtreter. Zunächst geht man über ein Gitterrost mit V-Stab, wo grobe Verunreinigungen abgestampft werden können. Näher am Eingang kommen dann Roste mit Bürsten, Vario-Rips, bzw. Gummi zum Einsatz.

3 Kleinspielfeld Kunstrasen fertig

Das Kunstrasenspielfeld fügt sich gut in die Umgebung ein, wird von den Kindern intensiv zum Sport genutzt und sieht auch ein Jahr nach Inbetriebnahme aus wie neu.

4 Verkehrsübungspark, Asphaltierungen

Die große Asphaltfläche wird intensiv zum Spielen, Malen und zur Bewegung genutzt. Die Übung der Verkehrsregeln ist mit dem Fahrrad gleichermaßen möglich wie zu Fuß. Ein Fahrzeug, in dem man sitzt, können die Kinder sich leicht in ihrer Phantasie dazu denken, oder auch ihr Kettcar dazu nutzen.

Die thermoplastischen Hüpfkästchen und Fahrbahnmarkierungen sind ca. 3 mm stark und dauerhaft witterungsresistent wie die Nahaufnahmen zeigen. Kein Vergleich zu den aufgemalten Linien, die hier vorher kaum noch zu erkennen waren.

5 Spielgerätefläche

Das alte Holzspielgerät glänzt nun mit neuen Pfostenschuhen, ausgetauschten Halbrundhölzern auf der Rampe und einem nachgerüsteten Draufkletterschutz über dem Kettennetz.

Kieselsteinflächen und ein im Sommer knüppelharter und im Winter matschiger Fußballbereich gehören endgültig der Vergangenheit an.

Es ist ein sehr ansehnlicher Schulhof entstanden, der den Beteiligten ausgesprochen gut gefällt und intensiv während und auch nach den Schulzeiten zur Bewegung und zum Austoben genutzt wird.

6 Seilbahn, Linde

Bei der Umpflanzaktion haben wir uns gefragt, ob die im Sommer umgepflanzte Linde die Prozedur überleben kann. Die Aufnahmen ein Jahr später belegen, dass sie angewachsen ist. Sie hat neue Blätter getrieben und befindet sich schon in der Herbstfärbung. Freilich ist die Aktion nicht ohne Pflanzschock über die Bühne gegangen. Das heißt, dass der Baum für 2-3 Jahre nicht oder kaum wachsen wird. Er konzentriert sich darauf, am Leben zu bleiben und neue Wurzeln auszubilden. Ab dem 4. Standjahr ist mit einem normalisierten Wachstum zu rechnen, welches noch besser sein wird als an seinem Ursprungsstandort. Denn jetzt steht er im Rasen und kann nahezu unbegrenzt weit im Boden wurzeln, während er vorher rings von einer Asphaltierung eingeengt war. Pflegeschnitte in den Folgejahren sollten sicher stellen, dass sich ein gleichmäßiger Kronenaufbau mit nur einer durchgehenden Stammverlängerung bildet.

Doch wie sieht es mit der Seilbahn aus? Funktioniert die denn auch vernünftig? Versuch macht kluch.

Dankeschön und fragen sie Ihr Projekt gerne bei uns an. 

Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Aufmerksamkeit und hoffen, dass Ihnen unser Beitrag gefallen hat. Wenn auch Sie Freiräume zu gestalten haben, insbesondere eine Schulhofgestaltung für Kinder oder Jugendliche an weiter führenden Schulen, freuen wir uns auf Ihre Anfrage. Wir sind schwerpunktmäßig in NRW tätig, aber auch weiter entfernte Projekte können geplant werden.

Tel.: 02182 8277644

In diesem Sinne: Machen Sie es gut und gerne bis bald.

Ihr Ansprechpartner
Dipl.-Ing. Johannes Windt
Inhaber
Schwohenend 55
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