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Büro für Garten- und Landschaftsplanung

Teichpflanzen, Wasserpflanzen, Repositionspflanzen im Schwimmteich und Teichrandbepflanzung

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Hier finden Sie Infos zur Bepflanzung am Teich (außerhalb der Folie) und im Teich (Repositionspflanzen).

 

Wasserpflanzen in der Regenerationszone

Pflanzen außerhalb des Schwimmteichs

Bei der Anlage eines Schwimmteichs wird zumeist auch das direkte Gartenumfeld neu gestaltet. Direkt am Teichrand planen wir in der Regel solche Pflanzen ein, die wie Wasserpflanzen aussehen. Somit wird der Teichrand optisch verwischt und geht fließend in die umliegende Gartengestaltung über. Später wird man nicht mehr auf den ersten Blick sehen können, wo der Teich aufhört und der Garten anfängt. Dieser Effekt ist durchaus erwünscht, denn dadurch lässt sich der Schwimmteich nicht nur optisch vergrößern, sondern er fügt sich noch harmonischer in das Umfeld ein.

Viele Wasserpflanzen haben schmale Blätter, wie zum Beispiel Schilf, Seggen, Binsen, Rohrkolben und Schwertlilien. Am Teichrand außerhalb des Wassers lassen sich ähnliche Arten pflanzen, die mit trockeneren Bodenbedingungen gut zurechtkommen. Beispielhaft zu nennen sind hier Taglilien, Gräser, Junkerlilien und andere Seggen.

Walnussbäume und Rosskastanien sollten nicht in Teichnähe gepflanzt werden, da die herab fallenden Blätter und Früchte Wuchshemmstoffe an das Wasser abgeben und es verfärben können. Erle und Weide hingegen haben in den Blättern Wirkstoffe gegen Algen und sind daher gut geeignet für eine ufernahe Anpflanzung.

Besonders gern wird Bambus in der Nähe des Teiches eingesetzt. Er ist mit seiner hellgrünen Blattfärbung und den filigranen Verzweigungen nicht nur ein echter Blickfang, sondern bringt auch eine gewisse Leichtigkeit und Exotik in den heimischen Garten. Zudem sind seine Blätter immergrün und er bietet somit auch im Winter einen guten Sichtschutz. Für die Teichumgebung eignen sich besonders Arten der Gattung Fargesia (Schirmbambus), da sie keine langen, unterirdischen Ausläufer treiben. Die meisten anderen Arten sind dafür bekannt, dass sie unter der Erdoberfläche lange Ausläufer treiben, deren pfeilspitzenartige Enden eine Teichfolie mühelos durchdringen können. Daher ist in diesen Fällen eine 60 bis 70 cm tiefe Wurzelsperre einzubauen und der Rhizomwuchs 1-2 mal im Jahr zu kontrollieren.

Andere Pflanzenarten, wie Zierrhabarber, Kreuzkraut und Farne erwecken einen „urwaldartigen” Charakter. Diese planen wir gerne ein, wenn es vom Kunden gewünscht wird und zum Gesamtambiente passt.

 

Zierrhabarber am Wasser

 

Pflanzen im Schwimmteich (Repositionspflanzen)

Als Repositionspflanzen bezeichnet man Pflanzen, die das Wasser reinigen und das Ufer stabilisieren. Die Bepflanzung in einem Schwimmteich übernimmt im Wesentlichen folgende Aufgaben:

  • Reinigung des Wassers

  • optische Aufwertung

  • Nährstoffentzug aus dem Teichwasser (vermindert somit das Algenwachstum)

  • zusätzlicher Lebensraum für nützliche Mikroorganismen

  • Sauerstoffabgabe an das Wasser (belebt somit die Mikrobiologie)

 

Generell gilt: Der Flachwasserbereich im Teich sollte möglichst vollständig zugepflanzt werden, um Algen möglichst wenig Platz zur Entwicklung zu geben.

Schilfpflanzen sind zwar beliebt bei der Uferbepflanzung, auf Schilfrohr (Phragmites australis) sollte man aber nur zurückgreifen, wenn PE-Folie verwendet wird. Das Wurzelwachstum ist so aggressiv, dass es eine PVC-Folie mühelos perforieren kann. Die Auffindung solcher Undichtigkeiten kann später sehr aufwändig und teuer werden. Dafür ist jedoch die Nährstoff-Entzugsleistung bei Schilf besonders hoch. Er baut innerhalb eines jeden Sommers viel Biomasse auf, verdrängt dadurch allerdings auch andere Pflanzen. In Österreich darf Schilf daher bei der Schwimmteichanlage laut den aktuellen österreichischen Schwimmteichrichtlinien (Stand Herbst 2015) beispielsweise gar nicht mehr verwendet werden.

Ein praktischer Lückenfüller in der Uferbepflanzung ist das Pfennigkraut (Lysimachia nummularia). Es hat eine unglaubliche Standortamplitude und wächst in voller Sonne ebenso wie im Schatten, in trockeneren Regionen bis hin zu nassen Böden und schickt seine Triebe sogar unter Wasser weiter:

 

Pfennigkraut Lysimachia nummularia

 

Andere geeignete Lückenfüller sind die Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis palustris) oder die Bachbunge (Veronica beccabunga).

Auswahl der Wasserpflanzen im Schwimmteich anhand ihrer Standortansprüche

Die Auswahl der Pflanzen erfolgt daher neben ästhetischen Gesichtspunkten hauptsächlich aufgrund ihrer Bedürfnisse an den Standort. Die sogenannten Ellenberg-Zeigerwerte weisen jeder Pflanze in Bezug auf Licht, Feuchtigkeit, etc. jeweils eine Zahl zu, die Auskunft über die Standortverhältnisse am Naturstandort gibt. Die natürlichen Standortverhältnisse stimmen meist (nicht immer) mit den autökologischen Standortansprüchen der Arten überein. Man kann jedenfalls sicher sein, dass die Pflanzen dort gut wachsen, wo die Standortverhältnisse mit den Ellenberg-Zeigerwerten der jeweiligen Art überein stimmen. Standortfaktoren wie beispielsweise Licht, Temperatur oder Feuchtigkeit sowie Salzgehalt, Reaktionszahl und Nährstoffgehalt des Bodens werden dabei berücksichtigt.

Am wichtigsten sind für die Pflanzenauswahl die Reaktionszahl – sie misst die Bodenbeschaffenheit (sauer oder kalkreich) – und der Nährstoffgehalt (Stickstoff, Phosphor etc.). Die Sumpfiris kann bezüglich ihrer Reaktions- und Nährstoffzahl beispielsweise überall wachsen, der Breitblättrige Rohrkolben (Typha latifolia) hingegen nur in nährstoffreichen Gewässern. Neben Reaktionszahl und Nährstoffgehalt ist die zu erwartende Wasserqualität wichtig. Diese ergibt sich aus der Füllwasseranalyse. Langfristig wird die Härte des Wassers in Teichen nach der Erstbefüllung abnehmen und die Phosphatgehalte werden sinken. Einige Pflanzen sind bewusst als Provisorien für die Wasserparameter der Startphase eingeplant, die sich mit der Zeit noch ändern werden.

Es wird zwischen Kalkgewässern und Silikatgewässern (geprägt durch den Siliziumgehalt) unterschieden. In Silikatgewässern wachsen so genannte Diathomäen. Es sind kleine Algen, die einen hellbraunen, unansehnlichen Belag bilden. Schwimmteiche sollten daher eher Kalkgewässer sein.

Eisen ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Wassers. Pflanzen brauchen ausreichend Eisen. Ein zu hoher Eisenanteil kann jedoch zu braunen Ablagerungen (Ocker = Eisenhydroxid) führen. Eisenbakterien bilden zudem eine Art Ölfilm auf dem Wasser.

Die Filtermaterialien spielen ebenfalls eine Rolle. Manche Pflanzen wachsen lieber in grobem, andere bevorzugt in feinem Substrat. Unterwasserpflanzen sind in diesem Bezug empfindlicher als Röhrichte.

 

Auswahl der Wasserpflanzen anhand ihrer Reinigungsleistung und Ästhetik

Die Artenliste geeigneter Pflanzen wird daher immer individuell angepasst, auch in Bezug auf ihre Reinigungsleistung, denn auch der Nährstoffentzug ist bei jeder Pflanze unterschiedlich. In Abhängigkeit von der Zusammensetzung des Füllwassers wählt der Landschaftsarchitekt die für den jeweiligen Fall geeigneten Wasserpflanzen aus.

Einige besonders attraktive Arten sind der Rohrkolben (Typha minima und Typha angustifolia), die Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris), das Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis palustris), die Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus), Seerosen (Nymphaea spec.) und der Blutweiderich (Lythtrum salicaria).

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