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Gartenplanung Dipl.-Ing. Johannes Windt

Platten und Pflaster verlegen

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Die Form und Stärke des Bodenbelags bedingt unterschiedliche Arten der Verlegung:

Maßhaltige Platten (Terrassenplatten, Bahnenware, etc.)

Diese ca. 3 cm starken Platten werden meist für Hausterrassen verwendet, die nur von Fußgängern betreten werden. Sie weisen geringe Maßtoleranzen auf und sollten deshalb eigentlich nicht wie Fliesen auf Estrich geklebt werden. Bei Verwendung eines sehr groben Zahnspachtels und frostsicheren Fliesenklebers kann die Verlegung auf einer sehr genau gegossenen Betonplatte dennoch gelingen, hierfür übernehmen die Hersteller jedoch in der Regel keine Garantie. Ideal ist die Verlegung auf ein “abgezogenes Bett”:



Zunächst werden an den Außenkanten der zu befestigenden Fläche (bei größeren Flächen auch in der Fläche) mittels Schnurnägeln Maurerschnüre in der fertigen Pflasterhöhe gespannt. Hilfreich sind Schnüre an den Außenkanten der Flächen, über geplanten Regenrinnen und überall dort, wo sich die Entwässerungsrichtung ändern soll. Dann trägt man das Verlegebett (Sand, Splitt, Trockenmörtel oder Estrich) grob mit Schaufel und Rechen etwa 4 cm stark auf den verdichteten Unterbau auf. In dieses Bett werden unter den Maurerschnüren Abziehstangen (gerade Eisenrohre o. ä.) gelegt und mit einem Hammer so tief in das Verlegebett geschlagen, bis sie fast so tief unter der Schnur liegen wie die zu verlegenden Steine dick sind. Zu beachten ist, dass das Abziehbett beim Verdichten noch zusammensackt (je nach Substrat ca. +/- 1 cm). Mittels einer Aluminiumlatte oder eines möglichst geraden Brettes wird das Substrat auf den Stangen abgezogen (siehe Abb. 2). Anschließend können die Platten auf dieses Bett verlegt werden (siehe Abb. 3).

 

abziehen des Pflasterbettes

Abziehen des Pflasterbettes

verlegen von maßhaltigen Platten

Verlegung von maßhaltigen Platten

 

In der Praxis werden Platten meistens knirsch verlegt. Auf die Gefahr abgeplatzter Kanten sei hier jedoch besonders hingewiesen. Fachgerecht ist nur die Verlegung mit Hilfe von Fugenkreuzen.

Der Handwerker bewegt sich dabei auf den verlegten Platten, um das abgezogene Bett nicht zu zerstören. Dabei ist besondere Vorsicht geboten. Am besten deckt man die begangenen Platten mit Schalbrettern ab, auch um Verschmutzungen zu vermeiden. Drei Zentimeter starke Platten sollten nicht maschinell abgerüttelt werden, da sonst Beschädigungen drohen. Es empfiehlt sich, sie mit einem Gummihammer vorsichtig festzuklopfen.

 

Quarzit-, Sandstein- und Polygonalplatten, 14x14er gekollerte Steine

Diese plangespaltenen Platten sind meist 2-4 cm stark und eignen sich somit besonders für fußläufige Belastung. Zunächst wird ein Verlegebett abgezogen wie bei den maßhaltigen Platten beschrieben. Dann werden die Steine einzeln verlegt, wobei die Schichtdicke des Substrates an die Stärke jeder Platte einzeln anzupassen ist. Gegebenenfalls wird also Material zusätzlich aufgetragen oder weggenommen. Hierzu eignet sich besonders eine Maurertraufel. Polygonalplatten müssen an den Rändern gegebenenfalls nachbehauen werden, damit sie sich enger zusammenfügen lassen. Wichtig ist, dass jede Platte mit dem Gummihammer etwa gleich fest heruntergeklopft wird, um auf die endgültige Höhe zu gelangen. Die Lage jeder einzelnen Platte ist mit Maurerschnur oder Wasserwaage zu überprüfen, bevor die nächste verlegt wird.

Die Platten sollten nicht nachgerüttelt werden, da sie dadurch beschädigt werden könnten.

 

Pflaster-Platten

Diese meist 15cm bis 90 cm großen rechteckigen oder quadratischen Platten haben in der Regel eine bruchrauhe Unterseite und sind zwischen 5 und 10 cm stark. Somit eignen sie sich nicht nur für Hausterrassen und -eingänge, sondern insbesondere auch für stärkere Belastungen wie Einfahrten oder Stellplätze. Das Verlegebett wird ca. 4 bis 6 cm stark grob aufgetragen und jede Platte einzeln verlegt, wobei die Stärke des Substrates an jede Platte individuell angepasst wird. Auf gleichmäßigen Klopfdruck ist auch hier zu achten, damit sich die Platten nicht unterschiedlich senken. Die Lage jeder einzelnen Platte wird mit Maurerschnur oder Wasserwaage überprüft, bevor die nächste verlegt wird. Der Pflasterer bewegt sich im Gegensatz zu den oben genannten Materialien im Verlegebett und nicht auf der gepflasterten Fläche (siehe Abb. 4). Die gesamte Fläche sollte nach dem Einfugen mit einer Rüttelplatte mit Gummischürze nachgerüttelt werden.

Verlegung von Pflasterplatten

Verlegung von Pflasterplatten

 

Pflastersteine/Zierkiesel, 14x14er gebrochene Kalk- und Sandsteine

Pflastersteine aus Granit, Basalt, Kalk- oder Sandstein sind vielseitig verwendbar. Sie werden in verschiedenen Größen angeboten. Bei höherer Belastung sollten mindestens 7-9 cm große Steine verwendet werden, während für Fußwege auch 4-6 cm große Steine in Frage kommen.

Das Verlegebett wird grob aufgetragen und jeder Stein einzeln unter möglichst gleich hohem Druck mit einem Metallhammer in das Pflasterbett geschlagen. Die Dicke der Verlegeschicht sollte an die Größe der Steine angepasst werden. Kleine Steine (4-6 cm) sollten in ein 4 cm starkes Bett geschlagen werden, während bei größeren Steinen (16 x 16 cm) 7cm Pflasterbett vorteilhaft sind.

Der Hammer sollte nicht zu klein gewählt werden, um die Steine ausreichend stark in die Bettung zu treiben. Ein 3 kg-Hammer ist für Großpflaster (16/16) angemessen, während für kleineres Pflaster 1,5 bis 2 kg gut geeignet sind.

verlegen  von Pflastersteinen

Verlegung der Pflastersteine

Der Pflasterer bewegt sich im Verlegebett (siehe Abb. 5). Stetige Kontrolle mit Maurerschnur oder Wasserwaage sorgen für eine gleichmäßige Oberfläche. Zuletzt (nach dem Einfugen) wird die gesamte Fläche mit einer Rüttelplatte abgerüttelt, gegebenenfalls nochmals eingefugt und wieder gerüttelt. Bei Kalk- und Sandsteinen sollte unter die Maschine eine Gummischürze gespannt werden, um unschöne Kratzer zu vermeiden.

Bei großen Pflastersteinen bietet sich auch die Möglichkeit, sie als Öko-Sickerpflaster auszuführen. Sie werden mit einer Fugenbreite von 20 bis 40 mm in Splitt (2-5 oder 2-8 mm) verlegt und die Fugen damit bis zur Pflasteroberkante aufgefüllt. Die Fläche sollte trotz ihrer Versickerungsfähigkeit mit einem Gefälle zur angrenzenden Vegetationsfläche oder notfalls in einen Bodeneinlauf ausgeführt werden, damit überschüssiges Wasser bei Platzregen abfließen kann.

Schon beim Pflastern wird die Fuge mit dem Hammer gestopft und danach die Fläche satt eingeschlämmt.

Der folgende Rüttelprozess lässt den Splitt in den

Fugen ausreichend tief sacken. Anschließend können die Fugen mit einer Mischung aus Mutterboden, Flusssand und Samen einer trockenheitsverträglichen Rasenmischung eingefüllt und nachgeschlämmt werden (siehe Abb. 6).

 

Sickerpflaster aus Naturstein

Sickerpflaster aus Naturstein


Bitte stellen Sie uns keine Anfrage, wenn es nur um Pflasterarbeiten geht. Bitte sehen Sie auch von technischen Anfragen für Ihre eigenen Projekte ab. Wir sind ein Planungsbüro und erhalten leider viel zu viele von diesen Anrufen nach dem Motto: “ich hab nur mal ne technische Frage”. Danke für Ihr Verständnis. 🙂


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