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Büro für Garten- und Landschaftsplanung

Mauerwerksbau

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Zum Errichten von Mauern stehen unterschiedliche Steine zur Verfügung, welche mit oder ohne Mörtel verarbeitet werden können.
Die erforderliche Breite für eine Mauer ergibt sich aus der vorgesehenen Höhe, sowie aus dem zu erwartenden Seitendruck. Freistehende Mauern brauchen nicht so dick zu sein wie Stützmauern, die einen Höhenunterschied im Gelände abfangen.
Die erforderliche Dicke für freistehende, mit Zementmörtel gesetzte Mauern ergibt sich nach folgender Rechnung:
Wurzel aus (Mauerhöhe in m :22)= erforderliche Wanddicke in Meter, bzw.
Höhe der Mauer = 22 x Dicke (in Meter) x Dicke (in Meter).






Wanddicke in cm

zulässige Wandhöhe in m

17,5 (Unistein, Läuferverband)

0,7

24,0

1,3

30,0

2,0

36,5 (Unistein, Binderverband)

3,0

Erforderliche Wanddicken für freistehende Mauern im Verhältnis zu ihrer Höhe bei einer angenommenen Steindichte von 2 t pro Kubikmeter (Naturstein hat in der Regel eine Dichte von 2,4 bis 2,9. Die Mauer ist also entsprechend stabiler).
Die angegebenen Maße beziehen sich auf den tragenden Teil der Mauer. Bei zweischaligem Mauerwerk ist die Verblenderschicht also nicht mit zu rechnen.

Bitte beachten Sie den Gewährleistungsausschluss im Impressum für die beschriebenen Bauweisen.

 



Mauern können auch als Stützwände zum Überbrücken von Höhenunterschieden im Gelände verwendet werden. Sie sind besonders stabil und ansehnlich, wenn sie dickwandiger als in der oben angegebenen Tabelle und mit 10 bis 20% zum höheren Gelände geneigt ausgeführt werden.

Einschaliges Mauerwerk

Neben handelsüblichen Backsteinen oder Kalksandsteinen kann vor allem aus Naturstein ein ansehnliches Mauerwerk errichtet werden.

Dazu wird zuerst ein Fundament ausgehoben und mit unbewehrtem, feuchtem Beton der Festigkeit B15 bis B25, Körnung 0 bis 16mm verfüllt und verdichtet. Das Fundament sollte, wenn kein Erddruck abzufangen ist, etwas breiter als die zu errichtende Mauer sein und eine frostfreie Tiefe von 80 cm aufweisen. Auf dieses Fundament werden die Steine gemauert. Eine Maurerschnur hilft bei der waagerechten und senkrechten Ausrichtung.

Als Mauermörtel wird in einer Mischmaschine 0-2mm feiner, gewaschener Sand mit Zement (am sichersten ist Trasszement) im Verhältnis 1:3 bis 1:4 unter Wasserzugabe vermengt. Dieses Gemisch (auch Spies genannt) lässt sich am besten verarbeiten und härtet optimal aus, wenn er so feucht ist, dass er beinahe fließfähig ist, sich jedoch noch kein Wasser an der Oberfläche sammelt. Er kann mit speziell dafür hergestellten Gleitmitteln (zur Not mit Spülmittel) noch geschmeidiger gemacht werden.

Zunächst wird nur so viel Mörtel verwendet, dass die Fugen von außen noch ein bis zwei Zentimeter tief frei bleiben. Erst wenn die Mauer ausgehärtet ist, werden diese Fugen ausgefugt. Dazu wird trockenes, frostfreies Wetter ohne starke Sonneneinstrahlung und starken Wind benötigt, damit die Fugen gut aushärten. Vor dem Einfugen ist die Maueroberfläche gut anzunässen. Der maschinell gemischte Fugmörtel aus Trasszement wird mit einem Fugeisen eingedrückt und glattgestrichen.

Alternativ kann einschaliges gemörteltes Mauerwerk auch aus Trockenmauersteinen oder diversen Ziersteinen erstellt werden, die in großer Auswahl im Handel erhältlich sind. Bei Verwendung runder Steine sollte die Mauer etwas dicker gewählt werden als in der Tabelle angegeben. Für alle Arten von Mauerwerk sind die Schutzmaßnahmen gegen Feuchtigkeit zu beachten.

 

Zweischaliges Mauerwerk

Wenn Kosten gespart werden sollen, kann der tragende Teil der Mauer aus preisgünstigerem Material, wie gegossenem Stahlbeton, Kalksandstein oder Hohlblockstein gefertigt werden. Die Ansichtsfläche wird gleichzeitig mit Naturstein verkleidet (siehe Ab. 38) und der ca. 2 cm starke Zwischenraum zwischen beiden Schichten schon beim Bau mit Mörtel verfüllt. Pro Quadratmeter Mauerwerk sind beide Schichten mit mindestens 3 rostfreien Drahtankern zu verbinden.
Zu beachten sind auch hier Maßnahmen gegen Feuchtigkeit.

 

Schutz vor Feuchtigkeit

Ins Mauerwerk eindringende Feuchtigkeit kann unerwünschte Verfärbungen hervorrufen in Form von Kalkausblühungen des Zementmörtels, Schimmel und verstärktem Algenbewuchs. Deshalb sind beim Bau alle technisch-konstruktiven Möglichkeiten zu nutzen, um Feuchtigkeit von der Mauer fern zu halten. Hierzu gehören Abdichtungen gegen aufsteigende Erdfeuchtigkeit, Schutzmaßnahmen gegen seitlich drückendes Wasser bei Stützmauern und Schutz vor Regenwasser.

zweischaliges Mauerwerk als Stützmauer

Zweischaliges Mauerwerk als Stützmauer

Unter die unterste Steinlage, die nicht mehr das anstehende Erdreich berührt, wird eine 500er Teer-Sonderdachpappe gelegt, um zu verhindern, dass Feuchtigkeit vom Boden in der Mauer aufsteigt.

Bei Stützmauern drückt seitlich Sickerwasser gegen die Mauer, welches von ihr fernzuhalten ist. Hierfür wird die Mauer rückseitig mit Bitumenspachtelmasse bestrichen und Drainageplatten aus Styropor darauf geklebt. Alternativ kann auf die Spachtelmasse eine Noppenbahn aufgebracht werden. Der Raum hinter der Mauer wird mit Kies hinterfüllt. Bei besonders feuchten Böden empfiehlt es sich, die Drainageplatte durch ein Geovlies vor dem Eindringen bindiger Bodenbestandteile zu schützen, sowie das Sickerwasser mit einem Drainagerohr abzuleiten (siehe Abb. 38).

Damit Feuchtigkeit nicht von oben in das Mauerwerk eindringen kann und Regenwasser keine Lauflinien auf der Ansichtsfläche der Mauer hinterlässt, wird sie mit einer Mauerabdeckplatte abgedeckt. Eine eingeschnittene Traufnase lässt Regenwasser abtropfen.

Diese Platten werden in Mörtel auf die Mauer gelegt und mit Silikon verfugt.

 

 


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