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Büro für Garten- und Landschaftsplanung

Teiche und Schwimmteiche in Standardbauweise nach “Schema F” und ihre typischen Probleme

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Standardlösungen, wie sie von einigen Schwimmteich-Anbietern realisiert werden, tragen den unterschiedlichen Ausgangsbedingungen, wie der Füllwasserqualität, dem Laubeintrag und der Nutzungsintensität, so wie anderen Faktoren leider nur eingeschränkt Rechnung.

Algen im Teich

Vielfach (z.B. 3-6 Jahre nach der Fertigstellung) erhalten wir Anrufe von Kunden, die eine solche Anlage besitzen und sich nun konfrontiert sehen mit einem oder mehreren der folgenden Probleme:

  • Skimmer zieht Blätter u.s.w. nicht an.
  • Wassertrübungen
  • übermäßiges Algen-Wachstum (Fadenalgen im Teich)
  • zu hoher Stromverbrauch der Pumpe
  • Ausfälle bei den Wasserpflanzen
  • erhöhter Pflegeaufwand

Die Gewährleistungsfrist der Anbieter ist beim Auftreten der Probleme dann vielfach abgelaufen und Sanierungen sind ziemlich teuer.

 

Ursachen für die häufigsten Probleme

Die Anlagen einiger Anbieter sind für den konkreten Fall teilweise bedenklich konstruiert und nur eine Umgestaltung der Anlage die kann die Probleme an der Wurzel packen und dauerhaft lösen.

 

Teich undicht durch Wurzeln in der Folie: Hier wurde ein Geotextil als Schutzunterlage unter der Folie vergessen, bzw. eingespart. Alleine der Aufwand für die Findung der Undichtigkeit übersteigen die Kosten für das Schutzvlies.

Folgende Auffälligkeiten wurden bisher beobachtet (eine Auswahl):

  • Teiche die optisch nicht zur Architektur des Gebäudes passen (z.B. mediterraner Teich zu historischem Gebäude)
  • gerader Teichboden (Ein trichterförmiger Teichgrund mit sog. „Schlammtasche” am Grund würde den Mulm an nur einem Punkt sammeln, dementsprechend leichtere Pflege); bei Verwendung eines Teichroboters kann ein gerader Teichboden jedoch auch sinnvoll sein.
  • energiehungrige Pumpen (günstig im Einkauf = gut für den Vermarkter, teuer im Stromverbrauch = schlecht für den Kunden)
  • fehlende vorherige Wasseranalyse, weshalb Filtermedien und Regenerationsbereiche vielfach falsch dimensioniert werden. Ein Zuviel an biologischer Reinigungsleistung verursacht vermeidbare Kosten bei der Erstellung und entzieht dem Wasser zu viele Nährstoffe, worauf hin bestimmte Wasserpflanzen Mangelerscheinungen zeigen oder sogar absterben können. Eine zu klein bemessene Regenerationszone leistet zu wenig und die Wasserqualität nimmt ab.
  • nicht genau durchdachter Einsatz von Zeolithen (häufig). Diese halten das Wasser für einige Jahre sauber, indem Sie Nährstoff-Ionen an Ihrer Oberfläche binden und festhalten. Teilweise werden diese Nährstoffe von Pflanzenwurzeln wieder aufgenommen. Dies ist jedoch nicht immer sicher gestellt. Man kann die Zeolithe vergleichen mit einem Fusselroller. Der ist auch irgendwann voll und verliert seine Klebkraft. Wenn ich das verstaubte Klebeband abziehe, erscheint darunter eine neue, klebende Oberfläche. Die Leistungsfähigkeit der Zeolithe lässt im Laufe der Zeit ebenso nach. Regenerieren kann man die Zeolithe nur, wenn sie in einer separaten Kammer unter gebracht sind, entnommen und mit Kochsalzlösung regeneriert werden können. Zeolithe, die in Vermischung mit anderen Substraten in Flachwasserzonen eingebaut werden, sind nach einer mehr oder minder langen Zeitspanne erschöpft und dann offenbart sich die eigentliche bioliogische Reinigungskraft des Ökosystems. Bei recht kleinen Regenerationszonen kann das System überfordert sein und die Wasserqualität abnehmen. Daher planen wir die Anlagen so, dass sie auch ohne Zeolithe funktionieren. Die Zeolithe, die wir anfangs verwenden, dienen nur zur Überbrückung der Startphase, solange die Wasserpflanzen noch klein sind und sich das Ökosystem noch nicht eingependelt hat.
  • weniger leistungsfähige Substrate in den Regenerationszonen (z.B. Kies oder Splitt) bei kleinen Teichen (hier wären leistungsfähigere Substrate sinnvoller).
  • fehlende oder falsche Berechung der Hydraulik. Dies kann dazu führen, dass sich die Regenerationszonen innerhalb weniger Jahre mit Schlamm zusetzen. Des Weiteren können wichtige Mikro- und Makroorganismen von ihren Fang- und Brutrevieren fortgeschwemmt werden, wenn die Strömung in den sensiblen Bereichen zu stark ist.
  • überdimensionierte Regenerationszonen bei fehlender Planung: Wer generell besonders große Regenerationszonen baut, ist mit der Wasserqualität meist auf der sicheren Seite und kann damit werben, kein Planungshonorar zu verlangen. Es werden jedoch zumeist unnötig Platz- und Geldressourcen verbraucht. Schon 20 qm Regenerationszone kosten mehr als die komplette Planung des gesamten Schwimmteichs bis ins Detail.
  • fehlende Pumpen-Durchströmung der Flachwasserzonen bei kleinen Teichen mit kleinen Regenerationszonen
  • oder zu starke Durchströmung (schwemmt Mikroorganismen aus ihrem Lebensraum)
  • Einbau und Abrechnung von „Teichsubstrat” ohne genauere Bezeichnung. Es handelt sich in der Regel um ein Gemisch aus einer kleinen Menge von Zeolithen und einem großen Mengenanteil von preisgünstigem Naturstein-Splitt in verschiedenen Farben. Das Substrat erfüllt zwar seine Funktion, ohne Aufklärung über die Inhaltsstoffe können jedoch Phantasiepreise dafür verlangt werden und dem Kunden fehlt die Möglichkeit des Preisvergleichs.

 

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