Dipl.-Ing. Johannes Windt TEL 0162 6798490

Büro für Garten- und Landschaftsplanung

Oberflächenentwässerung

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Regenwasser muss von den befestigten Flächen schnell genug abfließen können, da sonst Pfützen, Glatteis und Schäden am Unterbau entstehen können. Dazu muss die Fläche als geneigte Ebene gestaltet werden. Das Wasser sollte, wenn es irgend möglich und zulässig ist, in angrenzende Vegetationsflächen geleitet werden, damit es dort versickern kann. Diese müssen dafür einige Zentimeter tiefer liegen als die Pflasterfläche.

Vorteilhaft bei dieser Methode ist:

  • Weitere Entwässerungsbaulichkeiten, wie Rohre und Gullies entfallen, wodurch keine zusätzlichen Kosten entstehen.
  • Der Regen wird dem Grundwasser zugeführt, womit die örtliche Kanalisation entlastet und Hochwasserspitzen der Flüsse gedämpft werden.
  • Gebühren für Oberflächenversiegelung entfallen (je nach Gemeinde unterschiedlich). 

Von Nachteil sind folgende Punkte:

  • Wenn viel Wasser auf kleine Vegetationsflächen geleitet wird, können diese versumpfen, besonders bei lehm- und tonreichem Boden. Es muss sichergestellt sein, dass der Boden das Wasser auch versickern kann.
  • Wenn das Wasser nicht schnell genug versickert, kann es in die Tragschicht eindringen und diese auf Dauer aufweichen oder ausschwemmen, besonders in den Randbereichen.
  • Im Winter gestreute Tausalze fließen in die Vegetation und können diese schädigen. 

Wenn es direkt neben der Pflasterfläche nicht möglich ist, das Wasser zu versickern, muss es mit entsprechendem Gefälle und evtl. mit Regenrinnen in Gullies oder Kastenrinnen aufgefangen werden. Es kann in Wassertanks zur Beregnung des Gartens gesammelt oder durch Drainagerohre geleitet und so in anderen Gartenteilen versickert werden. Drainagerohre sind flexible Kunststoffrohre, die durch zahlreiche, kleine Öffnungen nach außen Wasser ein- und austreten lassen können.

Für diese Drainagerohre werden Gräben mit entsprechendem Gefälle ausgehoben, mit einer einige Zentimeter dicken Schicht Kies oder Rollkies ausgekleidet und die Rohre darin verlegt. Die Rohre werden mit dem Kies zugeschüttet bis sie nicht mehr sichtbar sind. Der restliche Hohlraum wird mit dem angefallenen Aushub verfüllt (siehe Abb. 30).

fachgerecht verlegtes Drainagerohr zur Oberflaechenentwaesserung

Fachgerecht verlegtes Drainagerohr zur Versickerung

Mit der Zeit können Feinbestandteile aus dem angrenzenden Erdreich in die Kiesschicht ausgeschwemmt werden und so ihre Hohlräume verfüllen. Um zu vermeiden, dass die Drainagewirkung so nachlässt, kann die gesamte Kiespackung in ein Geovlies gebettet werden. Dieser unverrottbare Filz wirkt wie ein Filter und hält Feinanteile vom Kiesbett fern. Dies ist besonders zu empfehlen bei Verwendung von Rollkies mit größeren Hohlräumen, sowie bei Drainagerohren, die Wasser auffangen und nicht ableiten und versickern sollen.

 

Wenn auch die Verlegung von Drainagerohren nicht möglich ist, bleibt nur die mancherorts kostenpflichtige Einspeisung in die Kanalisation. Hierzu wird das Wasser zum Beispiel durch KG-Rohre aus PVC geleitet. Die Rohre werden unterirdisch geführt, wobei sie mit einer Schicht Sand zu ummanteln sind, die verhindert, dass spitze Steine die Rohre schädigen. Die Gummidichtungen der Steckmuffen werden dazu mit Gleit- oder Spülmittel benetzt und die Rohre ineinander gesteckt. Das Gefälle wird mit einer Wasserwaage kontrolliert. Das Maximalgefälle beträgt 1:20. Das Mindestgefälle berechnet sich für Regenwasserleitungen im Außenbereich nach folgender Formel:

Gefälle = 1: Rohrdurchmesser in mm.

Die Rohre können durch ein Loch in einen Kanalschacht geführt werden, wobei diese Anschlussstelle mit Mörtel abgedichtet wird.

Das erforderliche Gefälle der zu befestigenden Oberflächen richtet sich nach ihrer Rauhigkeit, ihrer Größe und der vorgesehenen Nutzung. Terrassen mit glattem Bodenbelag (z. B. Terrassenplatten mit geflammter Oberfläche), auf die Tische und Stühle gestellt werden, sollten nicht zu schräg sein (ca. 1 Prozent Gefälle sind subjektiv optimal, jedoch nicht normgerecht), während Garageneinfahrten mit rauem Belag (z. B. Kopfsteinpflaster) eine stärkere Neigung von 2 bis 3 Prozent benötigen. Als Anhaltspunkt gelten allgemein 2 bis 3 cm Mindestgefälle pro 100 cm Fließlänge. Eine solche Neigung wird subjektiv noch als ebene Fläche empfunden. Das Wasser ist wenn irgend möglich vom Gebäude weg auf dem kürzesten Weg zum Abfluss bzw. in die Vegetation zu leiten. Im Rahmen einer beauftragten Gartenplanung ermitteln wir das sinnvolle Gefälle und planen alle Höhen der Pflasterungen zentimetergenau durch.

Längliche Flächen (Wege, Einfahrten) erhalten neben dem Längsgefälle, welches in der Regel geländebedingt ist, auch ein Quergefälle, um das Wasser nach einer Seite hin abzuführen. Gegebenenfalls ist auch ein Dachprofil angebracht, wenn das Wasser zu beiden Seiten laufen soll. Als maximales Längsgefälle sind 10 Prozent anzusehen. Steilere Flächen sind unbequem zu begehen und im Winter besteht Rutschgefahr. Größere Höhenunterschiede sollten deshalb mit Stufen überwunden werden, wenn dies nicht aufgrund der zu erwartenden Nutzung durch gehbehinderte Menschen vermieden werden soll.

Bitte stellen Sie uns keine technischen Fragen für Ihre eigenen, bereits laufenden Bauvorhaben. Danke.

Bitte beachten Sie den Gewährleistungsausschluss im Impressum für die beschriebenen Bauweisen.


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